Es schnuppert

Kräuter haben schon immer eine besondere Bedeutung. Im Märchen gibt's das Kräutlein "Niesmitlust" und gegen manches "ist kein Kraut gewachsen". Kein Wunder also, dass sich der Kräutertag im Museum Landwüst großer Beliebtheit erfreut.

Von Helmut Schlangstedt

Markneukirchen/Landwüst -  Allerdings sabotierte das Wetter  mit sommerlich frischen 11 Celsiusgraden und gelegentlichen Tröpfchen von oben erst einmal den Auftakt. So kamen die Besucher zunächst etwas zögerlich, was sich später allerdings änderte.
Beim Schlendern durchs Gelände sah man einige alte Bekannte, wie etwa Kräuterfrau Marina Gerstner aus Erlbach, die diesmal insbesondere für Information sorgte und sich hierfür ein Quiz ausgedacht hatte. Als Lohn gab's ein Los mit garantiertem Gewinn. Insgesamt zehn heimische Kräuter, darunter einige mit sagenhaften Eigenschaften, präsentierte sie mit Fragen und drei Antwortmöglichkeiten. Etwa, warum der Kompassrettich so heißt oder wonach der Echte Steinklee riecht. Nach Heu, Vanille oder Apfel? Heu ist richtig, was sich beim Schnuppern zeigt. "Hat man den in der Vase, riecht das ganze Zimmer danach", ergänzt sie dabei schmunzelnd. 
Wann genau und wo denn die Kräuterwanderung losgeht, wollen immer wieder mal Leute von ihr wissen, die das auf keinen Fall verpassen wollen. Zwei Wanderungen durchs Gelände stehen bei Marina Gerstner auf dem Plan, bei denen sie insgesamt 20 - 30 verschiedene Kräuter finden wird, wie sie einschätzt.
Zu verschiedenen Anlässen in Landwüst ist auch Angelika Heckers aus Oelsnitz mit ihren Naturwaren. Diesmal sei bei ihr alles mit Wolle, verrät sie, und zeigt mit Pflanzen gefärbte Wolle oder Kräuterseife in einer Wollhülle, was den Verbrauch sparsamer macht. Aber auch Olivenseife oder die berühmte Aleppo-Seife aus Syrien, eine Naturseife, die dort wohl schon seit dem 8. Jahrhundert hergestellt wird, sind bei ihr wie vieles andere im Angebot.
"Jedem ist sein Kraut gewachsen" heißt es im Innenhof am Stand des Naturhofs Faßmannsreuth in der Nähe von Rehau. Hier sieht man Sabine Böhm und Melanie Winterling, die erste und zweite Vorsitzende des Fördervereins Faßmannsreuther Erde e.V., die hier Kräuterkissen, Kräuterseifen, Hildegard von Bingen Produkte, Kräutertees, Blütenbalsam und vieles mehr anbieten. Darunter auch Bio-Crissini zum Knabbern mit Kräutern, die nicht schlecht schmecken.
Ebenfalls im Innenhof hat sich die brandneue Museumspädagogin Sarah Kaiser aufgebaut. Bei ihr kann man Kräuteröl und Kräuteressig selbst machen oder auch Tontöpfe bemalen, in die dann verschiedene Kräuter wie Zitronenmelisse, Thymian, Schnittlauch oder andere gepflanzt werden können. Und am Stand der Buchhandlung Markneukirchen fand man zum Thema des Tages wieder ein breites Sortiment rund um Kräuter und vieles andere bis hin zu ausgewählten Kinderbüchern. In der Zwischenzeit begann sich im Hof auch der Musikverein Neuwürschnitz aufzubauen, wo es dann am Nachmittag bei nun akzeptablem Wetter noch richtig gemütlich wurde.