Es rumort in den Kliniken von Paracelsus

Im Paracelsus-Konzern rumort es wieder. Der deutschlandweite Medizin-Konzern, der im Vogtland in Reichenbach, Adorf und Schöneck Akutkrankenhäuser sowie in Bad Elster eine Rehaklinik betreibt, ist finanziell in Schieflage geraten. Dafür sollen die Mitarbeiter bluten.

Schöneck/Adorf - Deswegen übt die Konzernleitung bundesweit Druck auf die Mitarbeiter aus, vier Jahre lang auf ihr Weihnachtsgeld sowie auf die erst im vergangenen Jahr vereinbarte Gehaltserhöhung zu verzichten. Mit Flugblatt-Aktionen im Vogtland und einer so genannten "aktiven Mittagspause" in der Klinik in Zwickau machten die Mitarbeiter am Montag deutlich, dass sie der Forderung nicht in jedem Punkt nachkommen werden. Wie Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen sagt, wären die Beschäftigen bereit, auf das Weihnachtsgeld zu verzichten.

Aber Gehaltskürzungen wollen sie keinesfalls in Kauf nehmen. Außerdem würden sie darauf pochen, dass der Gesellschafter auf seine millionenschwere Gewinnausschüttung und alle außertariflich bezahlten Kräfte ebenfalls auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten, damit die Konzernrettung auf breite Schultern verteilt werde. Am Dinestag verhandeln Konzernleitung und Arbeitnehmervertreter. Kommt es zu keiner Einigung, könnte Paracelsus laut Bovensiepen schon im nächsten Monat Konkurs anmelden müssen. Das würde unter Umständen einen Trägerwechsel bedeuten, in Reichenbach den mittlerweile fünften in den vergangenen 20 Jahren. ina