Es brodelt weiter in Bösenbrunn

Gefühlte zwei Jahrzehnte kämpften die Bobenneukirchner um den Erhalt ihrer Grundschule. Viermal konnte die Schule gerettet werden. Knapp verfehlt wurde die Bildung der ersten Klasse 2011 mit nur 14 statt der geforderten 15 Grundschüler. In diesem Jahr sind es nur sieben Grundschüler, die auch nach Oelsnitz gehen werden. 2013 sind es gar nur fünf Grundschüler.

"Erst 2014 würden wieder mehr als 15 Grundschüler erreicht", weiß Bürgermeister Jürgen Reichelt. Ob 2013 oder 2014 nach jetzigem Stand die letzten Schüler die hübsche Dorfschule verlassen, ist noch nicht entschieden. Derzeit kämpft eine Elterninitiative darum, dass die jetzige zweite Klasse ihre Grundschulzeit in Bobenneukirchen beenden kann. Ein Entscheid steht noch aus.

Nach Meinung von Gemeinderat Bernd Steudel (Die Linke) sei die Schule noch zu retten. Denkbar wäre seiner Meinung nach eine Außenstelle der Grundschule Eichigt. "In Bobenneukirchen könnten vor allem integrative Schüler lernen. Auch jahrgangsübergreifender Unterricht wäre möglich, wenn politisch endlich gewollt", unterstreicht Steudel. Auch Eichigts Bürgermeister Stölzel gilt als Verfechter des klassenübergreifenden Unterrichts.

Mit Bürgermeister Christoph Stölzel hatten Gemeinderat Bernd Steudel, Gemeinderat Daniel Rödel, die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Geipel und Pfarrer Hendrik Pröhl im Dezember 2011 ein Gespräch wegen der Außenstelle. "Stölzel war sehr aufgeschlossen. Was uns fehlt, ist ein Gemeinderatsbeschluss", ärgert sich Steudel. Mit diesem könnte man den Sonderweg beantragen. "Erst im Juni sind doch die Messen gelesen für das neue Schuljahr", macht Steudel Hoffnung.

Für seine Schule hat Bürgermeister Jürgen Reichelt die Hoffnung bereits aufgegeben. Man habe hier alle Register gezogen. Für ihn geht es jetzt um die Rettung der Gemeinde Bösenbrunn an sich. Seit der Schönbrunner-Initiative brennt die Luft im Gemeindeverbund. "Die Frage steht, wo die Gemeinde hin will in der Zukunft", ist sich Bürgermeister Jürgen Reichelt im Klaren. Zur Gemeinderatssitzung am 14. Mai werde er die Räte in die Pflicht nehmen.

Eigentlich steht der Beschluss, die Eigenständigkeit zu halten und bis 2014 so viel wie möglich für die Ortsteile auf die Reihe zu bringen, bevor die Gemeindegebietsreform zuschlage. "Wenn das nun anders gewollt ist, muss sich der Rat neu positionieren", ärgert sich Reichelt ein wenig über das Vorpreschen der Schönbrunner.

Wäre eine Einheitsgemeinde mit Eichigt,Triebel und Bösenbrunn eine Alternative zur Angliederung an die Große Kreisstadt? Könnte man hier nicht die ländlichen Interessen dauerhaft besser vertreten, ähnlich wie Muldenhammer? "Wir erreichen keine Einwohnerzahl vom 5000", so Reichelt. 2025 sinke die Zahl sogar auf unter 3 700 Einwohner ab.