Es "brennt" bei der Feuerwehr: Kritik der vogtländischen Kameraden

Wenn es im Vogtland brennt, dann sollte es dies nicht zwischen 6 und 18 Uhr tun: Denn dann kann nur die Hälfte der rund 4000 aktiven Kameraden zum Löschen eilen.

Plauen - Es "brennt" also bei den 181 Ortswehren im Vogtland - und zwar innerhalb der Reihen. Am Montag kamen im Landratsamt zu einer Diskussionsrunde mit Bürgermeistern viele Feuerwehr-Kameraden zu Wort. Überalterung, abwandernde Jugend, Chefs, die kein Verständnis für zu Bränden ausrückenden Mitarbeiter zeigen, Image-Verlust der Wehren, zu wenig Geld für Anschaffungen, wie FFw-Technik und nicht angemessene Aufwandsentschädigungen waren die Kritik-Punkte.

"Warum greifen Stadtverwaltungen bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht häufiger auf Feuerwehr-Kameraden zurück. Die sind oft engagierter und flexibler als mancher Angestellte", so Reichenbachs Stadtbrandmeister Michael Mittag. Christian Kirsch, Vize-Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes, forderte mehr Würdigung der Arbeit von Feuerwehrmännern in der Öffentlichkeit.

"Feuerwehren sind für eine Gemeinde die überflüssigste Sache, so lange sie nicht gebraucht werden", so Markneukirchens Wehrleiter Horst Voigt über die häufige Einstellung der Kommunen zu den Wehren. In den Altbundesländern sei das anders - dort schätzten Betriebe wie Kommunen die Wehren höher. "Die Kommunen müssen was tun", sagt auch Kreisjugendwart Gunther Reichelt, denn mittlerweile liege der Altersdurchschnitt der Kameraden um die 57 Jahre.

2,5 Millionen Euro lässt der Kreis 2013 in die Vogtland-Wehren fließen - Anschaffungen für das Doppelte jedoch wurden beantragt. Da geht manche Wehr heuer leer aus. So wie die aus Neumark. Erst 2014 könne es ein neues Fahrzeug geben - bis dahin nutzen die Neumarker ein geliehenes aus Klingenthal. Im Vogtland gibt es eine Berufs- und 181 freiwillige Wehren sowie 59 Jugendwehren. Mit 4004 Kameraden habe man erstmals in den letzten fünf Jahren einen leichten Anstieg verzeichnet. cze