Erster Müllerbursche des Vogtländischen Mühlenviertels gekürt

als Werbeträger Touristen in das Vogtländische Mühlenviertel locken. Die Jury war sich einig und hob Schiller aufs Podest, der zwar seinem Mitbewerber (und Plauener Weihnachtsmann) Gerd Köhler rhetorisch klar unterlegen war, aber in anderen Bereichen gepunktet haben muss. Die Wahl wurde von den fünf Juroren nicht kommentiert.

"Die monatelange Vorbereitung des diesjährigen Höhepunktes für Leubnitz hat sich ausgezahlt - nicht zuletzt auch durch die tatkräftige Unterstützung von Petrus", war die einhellige Meinung der befragten Besucher des Spektakels. "Toll, was die Leubnitzer mit diesem Fest auf die Beine gestellt haben", bekundete neidlos Hartmut Philipp, der jahrzehntelang dem Mühltroffer Schlossförderverein vorgestanden hat.

Schon die Wettbewerbe außerhalb des Festgeländes hatten zahlreiche Zuschauer angelockt. Da geriet die gemähte Menge Grünguts in den Hintergrund, wenn vornehmlich Leute jenseits der 50 die Sense schwangen. Durch jahrzehntelanges Training war Ortsvorsteher Eberhard Prager eindeutig im Vorteil und setzte sich mit mehreren Kilogramm Vorsprung vor zwölf Mitbewerbern ab. Und später stand Prager nochmals im Mittelpunkt des Interesses als er als Majestät auftrat. Da geriet der Strohballenweitwurf mit einer kleineren Zahl an Bewerbern glatt ins Hintertreffen.

Indessen wurde im Festbereich schon eifrig mit Flegeln gedroschen und mit so manch alter Maschine vorgeführt, wie mühevoll es dereinst war, die Spreu von den Körnern zu trennen. Andernorts wurden Pferde beschlagen und auch Schafe von ihrer Wolle getrennt. Händler boten ihre Erzeugnisse feil, die verstärkt am Nachmittag auch ihre Abnehmer fanden - wer will schon den ganzen Tag mit dem Gekauften in der Hand herumlaufen?

Immer wieder strömten Menschen in das Terrain, um bei der (nachgestellten) Ankunft des sächsischen Königs (von vor 100 Jahren) zugegen zu sein. Als er sechsspännig in seiner Kalesche ankam, mögen es einschließlich der Kinder und der zahlreichen Helfer für das Fest 800 Personen gewesen sein, die das Gelände füllten. In historischen Kostümen - unterstützt von zahlreichen Komparsen - wurde Friedrich August III, der viel lieber Militär geblieben wäre als König zu sein, von seinem Freund, Generalleutnant Graf von Kospoth, auf Leubnitz herzlich begrüßt.

Gottfried Spranger als Adjudant der Majestät. Ortsvorsteher Eberhard Prager als Friedrich August III. und Wolfgang Zürnstein als Graf von Kospoth verkörperten zum 100. Jahrestag des Königsbesuchs in Leubnitz die historischen Personen - in Originalkostümen.

Auch, wenn sich im Anschluss an die huldvollen Worte des Staatsoberhauptes der Graf mit seinen Gästen und deren Gefolge in das Schloss zurückzog, blieb für die Besucher der Eindruck eines einmaligen Erlebnisses.