"Erst die Leiche, dann der Mord"

Bad Elster - Ein witziges und spannendes Krimi-Theater-Erlebnis in fünf Akten, kombiniert mit einem mörderisch guten Vier-Gänge-Menü sorgte am vergangenen Freitag für einen spannenden und köstlichen Abend im Königlichen Kurhaus in Bad Elster.

Das unterhaltsame mörderische Spektakel unter dem Titel "Erst die Leiche dann der Mord" war zugleich die Auftaktveranstaltung der Vogtländischen Krimitage. Veranstaltet werden diese unter der Regie des Fördervereins Schloss Netzschkau. Bis zum 13. Juni finden dazu 13 Veranstaltungen an zehn authentischen Schauplätzen im Vogtland statt.

Für das Festival der besonderen Art konnte der Verein 24 Krimi-Autoren und Musiker verpflichten. Das mörderische Vergnügen im ausverkauften Elsteraner Kurhaus lockte rund 140 Besucher. Diese konnten selbst entscheiden, im Stück aktiv eine kleine Rolle zu übernehmen oder sich lieber nur als verdeckter Ermittler zu beteiligten.

Eine spannende Handlung präsentierten dazu insgesamt sechs Schauspieler aus Dresden und Leipzig. Unter dem Motto "Krimi total" lud der Veranstalter JM-creative Jörg Meißner zu einem außergewöhnlichen Gesellschaftsspiel für einen unvergesslichen Dinnerparty-Abend voller Intrigen, Spekulationen und Überraschungen ein.

Um den kriminalistischen Spürsinn der Zuschauer ordentlich zu schärfen wurde ein verworrenes Geschehen dargeboten, nachdem die Akteure das Publikum als ehrenwerte Gäste zu einer Preisverleihung des hoch dotierten Gustav von Lauenstein-Erfinderpreises begrüßt hatten.

Doch noch ehe zur Preisverleihung geschritten werden konnte, störte eine Leiche die Veranstaltung. Von einem Glas Weißwein vergiftet, gibt der Mord an Julia Klein (Bianka Heuser), der ehemaligen Pferdepflegerin des erst kürzlich bei einem mysteriösen Reitunfall ums Leben gekommenen Gustav von Lauenstein allerhand Rätsel auf. Immerhin geht es bei seinem Erbe um unbeschreiblich viel Geld.

Hatte da etwa einer aus Gustavs sonderbaren Familie, einer der trickreichen Erfinder oder gar einer der scheinbar ganz unbescholtenen Gäste im Saal die Finger im Spiel, um an die vielen Millionen zu kommen? Frau von Lauenstein (Ilse Bendin) beschließt mit Tochter Sarah (Kristin Kuhnert) und Sohn Frederic (Johannes Gärtner) die Leiche verschwinden zu lassen. Doch Butler Cornelius Schmidt (Peter Anders) wurde von einem Zeugen beobachtet, wie er die Leiche in der Weißen Elster versenkt.

Zwischen Suppe und Hauptgericht mit Spezialitäten aus der Küche des Feinschmeckerrestaurants "Callas" ermittelte Kommissar Fischer (Christian Härtig) im mysteriösen Fall, der immer komplizierter wird, nachdem Julia Klein plötzlich lebendig wieder auftaucht und stattdessen ihre Zwillingsschwester ermordet wurde. Indessen der Kommissar nahezu jeden der Beteiligten verdächtigt, nachdem er auch noch ein pikantes Testament verlesen hatte, durften auch die Zuschauer im Krimifieber rätseln, wer mit welchem stichhaltigen Motiv wohl den Mord begangen hat.

Bevor pünktlich zum Dessert auch die Lösung serviert wurde, fanden an den Tischen rege Diskussionen statt, lockte doch auch ein edler kleiner Gewinn mit köstlicher Note die zahlreichen Tatort-Kommissare. Auch war gefragt, mit welcher besonders außergewöhnlichen Erfindung die Krimiliebhaber sich um den begehrten Gustav von Lauenstein-Preis bewerben möchten.

So gab es dann zum guten Schluss ebenso wie für das heitere Stück auch jede Menge Applaus für eine der humorvollsten Lösungen aus den Reihen des Publikum, dass natürlich der Weißwein die Julia vergiftet hätte und außerdem für ganz delikate Erfindungen, wie zum Beispiel waschbares Toilettenpapier und selbststehende Kondome.  S. Adler