Ersatzleitung noch in Planung

- Kritik am geplanten Ersatzneubau der 110-Kilovolt-Freileitung von Herlasgrün nach Markneukirchen durch den EnviaM-Netzbetreiber MITNETZ STROM meldete kürzlich Arndt Doll von der "Bürgerinitiative Erdleitung" an ( vom 15. März).

Die Bürgerinitiative fordert, dass die Leitung beim Ersatzneubau als Erdkabel verlegt wird. Dolls Vorwürfe innerhalb der Eintragung von Dienstbarkeiten, mit denen das Unternehmen Rechtsnachfolger der Grundstücksbesitzer im betroffenen Flurstück wird, zielten auf die "riesigen Flächen" zur Verbreiterung des Schutzstreifens auf das Doppelte der geplanten 22,20 Meter und die finanziellen Entschädigungen, deren Höhe "ein Witz" sei. Diese Kritik weist das Unternehmen zurück. Stellung dazu nehmen Pressesprecher Stefan Buscher beziehungsweise seine Stellvertreterin Claudia Anke.

Die Entschädigung der Grundstückseigentümer folge laut EnviaM geltenden Regelsätzen. Maßgebend sei der Bodenrichtwert, der bei den jeweiligen Gutachterausschüssen der Landkreise/Kommunen abgefragt wird. Ausgehend von dem Wert werde prozentual nach der Art der Inanspruchnahme die Höhe der Entschädigung pro Quadratmeter berechnet. EnviaM unterscheide dabei nach Maststandort und Überspannung durch die Freileitung. Die Entschädigungsberechnung sei in der Vereinbarung über die Grundstücksbenutzung enthalten und für den Grundstückseigentümer nachvollziehbar und transparent, heißt es.

Bauen will EnviaM, weil die vorhandene, mehrfach sanierte Freileitung von 1938 technisch veraltet ist. Sie soll durch eine neue Freileitung auf der vorhandenen Trasse über eine Länge von rund 13 Kilometern ersetzt werden. Die Maßnahme diene der weiterhin sicheren Stromversorgung im Vogtlandkreis. Dabei würden die Vorgaben zur elektromagnetischen Verträglichkeit nach Aussagen der EnviaM deutlich unterschritten. Die Anzahl der Masten werde von bisher 66 auf 55 reduziert. Dies wirke sich nicht nur positiv auf die Kosten für den Ersatzneubau und die Kosten für den laufenden Betrieb der Leitung aus, sondern auch auf das Landschaftsbild.

In Teilabschnitten sei laut Stromanbieter eine Verbreiterung des Schutzstreifens um rund drei bis sechs Meter vorgesehen. In wenigen Teilabschnitten der Trasse könne ein größerer Schutzstreifen erforderlich werden. "Eine Verdopplung des Schutzstreifens, wie von der Bürgerinitiative behauptet, erfolgt in keinem Fall. Dort, wo dies von den Grundstückseigentümern so aufgefasst worden ist, werden wir mit diesen umgehend Kontakt aufnehmen", erklärt Buscher. Baumfällungen seien nur dort erforderlich, wo eine Beschädigung der Freileitung durch Baumumbrüche vermieden werden muss.

Die Verbreiterung des Schutzabschnittes, wofür EnviaM zur Zeit die Zustimmung der Grundstückseigentümer einholt, sei notwendig, weil durch die geringere Anzahl die Abstände zwischen den Masten größer werden. Wann der Ersatzneubau der Stromleitung von Herlasgrün nach Markneukirchen beginne, ist noch offen. "Das Vorhaben befindet sich in der Planung. Das Genehmigungsverfahren bei der Landesdirektion Chemnitz läuft", informiert Buscher.

Die geplante Höhe der Strommasten löste bei der BI die Vermutung aus, "dass eine Leistungssteigerung der Trasse von der EnviaM geplant ist", so zum Beispiel mehr Leitungsstränge oder über 200 Kilovolt führende Stromleitungen beziehungsweise die spätere Weiterführung der Trasse ab Markneukirchen. "Die Masten sind teilweise höher, da mit ihrer Neuausteilung größere Spannfelder geplant sind und der notwendige Abstand der Leiterseile zum Boden eingehalten werden muss", teilt Frau Anke dazu mit.