Erntekönigin veredelt Mühlentag

 

 

Leubnitz  - Königlicher Besuch weilte am Montag in der Leubnitzer "Weißmühle". Auf ihrer Werbetour kehrte die Sächsische Erntekönigin Antje Georgi in die Ausflugsgaststätte mit Biergarten ein und wurde dort von gut 100 Gästen erwartet.

Die Werdaerin, die als Diplom-Agraringenieur in der Agrargenossenschaft Tirschendorf tätig ist, sprach sich für den Erhalt historischer Mühlen aus. "Auch und gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sollte das Augenmerk weiter auf dem Erhalt von historischem Handwerk liegen."

Im lockeren Gespräch mit den Gästen informierte sie dann zu ihrer Aufgabe, die sächsische Land- und Ernährungswirtschaft zu vertreten. Bis August 2010 währt ihre zweijährige Amtszeit. Ganztägig suchten Hunderte Einheimische, Wanderer, Radfahrer und Autotouristen den Weg zur Gaststätte, die viel mehr als ein Lokal ist:

Im kleinen Mühlenmuseum sind Zeitzeugen des längst vergangenen Müllerhandwerks zu bestaunen. Das ist Gastronomie, Art, die Erwachsenen und Kindern einen Exkurs in die Geschichte bietet.

Ob das nachgebaute Wasserrad am Eingang der Gaststätte, die Spiralturbine auf dem Hof oder ein alter Schrotgang, die im Haus integrierten Maschinen und Geräte finden bei Gästen Interesse.

So lernten auch die Betreiber Florentine und Jürgen Witt stets hinzu, wenn nach der Arbeitsweise der Walzenstühle von 1910, des Plansichters oder des Filterschranks von 1920 gefragt wird. Heute sind die beiden Nicht-Müller firm, Fragen von Jung und Alt zu beantworten. 1495 wurde die Weißmühle erstmals urkundlich erwähnt und wurde als Mahl- und Schneidmühle betrieben. Als Antriebskraft für die Mühle wurde das Wasser des Rosenbachs genutzt. Dazu bestand bis 1950 unterhalb des Waldbades Rodau eine Wehranlage. Das Wasser wurde in einem Mühlgraben entlang der Straße zur Mühle geleitet. Die Wehranlage besteht heute nicht mehr. Der Mühlenteich und der Mühlgraben sind zum Teil zugeschüttet. Bis 1941 wurde die Mühle von einem Wasserrad angetrieben. Dann übernahm die heute am Eingang der Museumsgaststätte befindliche Spiralturbine diese Aufgabe.

1947 bekam die Weißmühle Strom aus dem Netz. Bis in die 60er Jahre wurde Mehl gemahlen, später Schrot hergestellt. Ab 1990 stand die Mühle etwa zehn Jahre still. Dann wurde der alte Betrieb zur Erlebnisgastronomie um- und ausgebaut. Seit fünf Jahren steht das Haus für Gäste offen.  mam