Erneut Razzia bei Neonazis in Rodewisch

Zwickau/Rodewisch - Knapp zwei Dutzend Polizisten haben am Dienstag erneut eine Razzia in der rechtsextremen Szene vorgenommen. Wie die Polizei in Zwickau mitteilte, wurden in Rodewisch vier Wohnungen mutmaßlicher Anhänger der sogenannten "Revolutionären Nationalen Jugend" durchsucht.

Anlass ist ein verbotener Aufzug der Vereinigung zur Rodewischer Kirmes im Juli. Damals zogen rund 40 vermummte Personen mit Transparenten und lautstarken Parolen über den Festplatz. Sie verwendeten weiße Gesichtsmasken. Bereits Ende September gab es daraufhin eine Razzia im Vogtland. Bei der neuerlichen Durchsuchung fanden die Ermittler Propagandamaterial, eine Hakenkreuzfahne sowie verschiedene Pistolen, bei denen es sich wahrscheinlich um Schreckschusswaffen handelt. Außerdem beschlagnahmten sie Computer und Mobiltelefone der Beschuldigten im Alter von 16 bis 50 Jahren. Ein Polizeisprecher sagte, dass es sich um einen Aufzug der sogenannten "Unsterblichen" gehandelt habe. Unter diesem Motto treten Neonazis immer wieder kurzfristig mit weißen Masken im gesamten Bundesgebiet unangemeldet auf.