Erlbach: Diskussion um erschossene Hunde

Der Blutrausch und die Tötung zweier wildernder Hunde in Erlbach sorgen zwei Tage danach noch für Gesprächsstoff und Unklarheiten.

Eubabrunn - "Das hätte ich mir in meinem schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können", sagt Erlbachs Bürgermeister Klaus Herold noch zwei Tage nach den Hundeattacken auf Kaninchen und Meerschweinchen. In Erlbach hatten am Samstag wildernde Hunde ihre Blutspur durch die Gemeinde gezogen - und an verschiedenen Plätzen mehrere Hasen und ein Meerschweinchen getötet. Herold hatte einen Jäger beauftragt, der die Hunde erschossen hat. Spätestens heute sollen laut Herold die Tiere an die Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen in Chemnitz geschickt werden - und auf Tollwut untersucht werden.

Weder Herold noch Dr. Ulrich Kühn, Sachgebietsleiter Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz im Vogtlandkreis, gehen allerdings davon aus - "zumindest wenn die Tiere im vergangen halben Jahr Deutschland nicht verlassen haben und nicht in Nordafrika, am Mittelmeer oder in Russland waren", so Kühn. An einen solchen Fall wie in Erlbach kann sich Kühn im Vogtland nicht erinnern. Vor Jahren hätten wildernde Hunde im Blutrausch Schafe gerissen, aber noch nie Hasen oder Kaninchen in Ställen getötet. Bis gestern Mittag wurde er allerdings von der Gemeinde noch gar nicht über diesen Fall benachrichtigt.

Wem die Tiere gehören, wisse Herold nicht. Die Hunde hatten kein Halsband, machten aber einen durchaus gepflegten Eindruck. "Aus Erlbach waren sie auf jeden Fall nicht", so der Bürgermeister. Ganz und gar nicht glücklich über die Tötung der Hunde ist Tierheimleiterin Karin Oettmeier vom Kandelhof. "Man hat überreagiert. Es hätte Möglichkeiten gegeben, die Tiere lebendig einzufangen", ist sie sich sicher.

Leib und Leben von Menschen seien nicht bedroht gewesen. Oettmeier geht davon aus, dass die Hunde "irgendwo ausgebüxt sind". Zurückhaltender ist Katrin Söllner, Leiterin des Tierheims Plauen - die Einrichtung ist für die Aufnahme von Erlbacher Fundtieren zuständig. Deshalb habe die Polizei am Samstag auch hier angerufen. Für ein mögliches Einfangen der Tiere habe das Personal gefehlt, zumal die Stadt Markneukirchen das stets selber erledige. M. W.