Erinnerungsorte auf einen Blick

Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Plauen sind nun erstmals in einer Broschüre zusammengefasst. Diese wurde auf Wunsch des Kulturausschusses in kurzer Zeit erstellt.

Von Stephanie Rössel

"Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt", wird der legendäre Cicero in dieser neuen Veröffentlichung des Vogtlandmuseums zitiert. Innerhalb von drei Monaten hat der ehemalige wissenschaftliche Volontär des Vogtlandmuseums, Manuel Fleischer, eine Aufnahme sämtlicher Denkmäler und Erinnerungsorte gemacht und diese auch selbst auf Zustand und Zugänglichkeit geprüft, erklärt Museumsdirektor Dr. Martin Salesch.


Weit über 50 Orte sind aufgelistet. Gestaltet wurde die Broschüre erstmals direkt im Museum ohne Hilfe einer Agentur. "Es ist als allgemeiner Überblick für alle Interessierten gedacht und als Grundlage für weitere Überlegungen wie beispielsweise Informationen für Fahrradstrecken, Schulen oder Stadtteile. Vorstellbar sind seitens der Stadt Führungen oder ausgeschilderte Rundwege", fügt der Experte hinzu.


Informationen gibt es auch zu Pechpfannen und dem Planetenweg im Vogtland. Letzterer ist in Plauen als Stele in Form von Uranus am Neustadtplatz neben der Alten Elsterbrücke zu finden. Diese ist ein Wegpunkt der Wanderwege zu den Planeten des Sonnensystems. Die meisten Planetenwege sind so angelegt, dass alle Punkte nacheinander abgewandert werden können. Im Vogtland ist das anders. Die Planetariumskuppel in Rodewisch symbolisiert die Sonne und ist der Ausgangspunkt. Die Luftlinienentfernung stellt das Verhältnis der einzelnen Planeten zueinander dar und verläuft auf sechs Wegen sternförmig. Alle End-beziehungsweise-Startpunkte sind mit symbolischen Planeten versehen. Zu finden ist beispielsweise der Mars am Schloßturm in Auerbach, der Jupiter am Brauereigutshof Wernesgrün, der Neptun, am Freiberger Tor in Adorf. Die Entfernungen werden beim Begehen der Wege deutlich.


Während man zum Saturn in Treuen noch relativ entspannt laufen kann, erfordert die Strecke von Uranus (Plauen) oder zur Sonne (Rodewisch) schon etwas mehr Kondition. Die 30 Kilometer könnte man auch auf dem Rad von der Alten Elsterbrücke aus erkunden. Der Radweg führt nach Chrieschwitz über Altensalz, weiter nach Reumtengrün bis ins Zentrum von Auerbach. Entlang der Göltzsch bis zur Schloßhalbinsel Rodewisch gelangt man dann zur Sternwarte.


Dr. Martin Salesch nimmt in der nächsten Woche die Gespräche auf, ob das Heft in den Buchhandlungen erhältlich sein könnte, da das Museum derzeit geschlossen ist. Der Inhalt des Heftes soll künftig als Anregung für weitere Faltblätter dienen. Vorstellbar sei laut Vogtlandmuseum dafür auch eine spezielle Arbeitsgruppe für die Vermarktung sowie weitere Publikationen.