Erinnerung an den "singenden Baggerfahrer"

Auerbach Die legendären Lieder vom viel zu früh verstorbenen Song-Poeten Gerhard Gundermann wurden am Samstag zu neuem Leben erweckt. In Auerbachs Göltzschtalgalerie ging dazu das Musikprojekt "Linda und die lauten Bräute" über die Bühne. Frontfrau Linda ist dabei keine Geringere als Gundermanns Tochter. Wunderbare Lieder und eine prima Band spielten ein emotionales Konzert - der "singende Baggerfahrer" Gunderman kann stolz auf sein Töchterlein sein. Er hat bestimmt zugehört…
Gerhard Gundermann (1955-1998) galt als Sprachrohr der Menschen im Lausitzer Braunkohlerevier rund um Hoyerswerda. Seine Lieder trafen ab Ende der 1970-er Jahre den Nerv des Publikums. Die Texte, gesungen mit einem melancholischen Unterton, kommen auch heute noch gut an. Politisch war er damals auf Seiten der SED-Partei, zeitweise sogar mit der Staatssicherheit in Kontakt. Gundermann wurde später jedoch systemkritischer, in Folge sogar aus der Partei ausgeschlossen. Auch die Stasi beendete die Zusammenarbeit mit ihm. Weiter ging allerdings sein musikalisches Schaffen. Der Poet blieb bodenständig und arbeitet trotz seiner Erfolge nach wie vor im Tagebau. Das Publikum blieb im treu, ein im Jahr 2018 produzierter "Gundermann"-Kinofilm wurde zum Erfolg.
"Linda und die lauten Bräute", bestehend aus sechs lebensfrohen Musikern, zog alle Register, um die Songs im Sinne Gundermanns zu präsentieren. Dies funktionierte bestens. Die Harmonie innerhalb der Band übertrug sich aufs Publikum. "Wir haben uns vor zwei Jahren zusammengefunden, um an die Lieder meines Vaters zu erinnern und diese der jüngeren Generation zu vermitteln. Auch meine Kollegen auf der Bühne haben sich in die Songs regelrecht verliebt", berichtet die sängerisch begabte Linda, die im Hauptberuf als Lehrerin für Mathematik und Englisch arbeitet. "Mittlerweile erleben wir im Land einen regelrechten Gundermann-Boom, wir haben viel zu tun", so Linda Gundermann, an deren Seite Musiker aus den Bands "Schnaps im Silbersee", "Hasenscheiße" sowie "Lari und die Pausenmusik" spielten. HHAG