Erhöhte Radioaktivität bei vogtländischen Wildschweinen

Im südlichen Vogtland erlegte Wildschweine müssen ab September auf radioaktives Cäsium untersucht werden. Liege die Belastung mit Cs-137 über dem zulässigen EU-Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm, dürfe das Fleisch nicht zur Verarbeitung an Einzelhändler oder Gastronomen weitergegeben werden, teilte das Umweltministerium in Dresden am Dienstag mit.

Betroffene Jäger könnten Entschädigungen beim Bundesverwaltungsamt beantragen. Die Untersuchungen sind künftig in den Gebieten zwischen Adorf und Zwota Pflicht. Bei Untersuchungen zwischen April 2011 und Juni 2012 waren in einem von fünf Fällen unzulässige Konzentrationen festgestellt worden.

"Mit diesem Verhältnis rechnen wir auch bei den Pflichtproben", sagte Ministeriumssprecher Frank Meyer. Ursache sei die verhältnismäßig hohe Cs-137-Belastung des Waldbodens im südlichen Vogtland. Zudem stehen belastete Waldpilze wie Hirschtrüffel auf dem Speiseplan des Schwarzwildes.

Die Risiken für die menschliche Gesundheit sind laut Ministerium gering: Der Verzehr von 17 Zweihundert-Gramm-Portionen Wildschweinfleisch, das etwa mit 2200 Becquerel pro Kilogramm belastet ist, entspreche in etwa der Strahlendosis beim Flug von Frankfurt am Main nach New York.