Er hatte den Wald so lieb

Plauen - Der Malerpoet Hermann Vogel aus Plauen starb vor 90 Jahren, am 22. Februar 1921 in Krebes.

 

Hermann Vogel war "der wohl bekannteste vogtländische Künstler" (wie es Frank Weiß im Buch "Museale Kostbarkeiten des Vogtlandes" formuliert). Er war auch ein romantisch-poetischer Mann der Sprache. So schreibt er über seine Landschaftszeichnungen zu den Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, dass sie "fast ausnahmslos auf vogtländischem Boden gewachsen" seien. Und fügt hinzu: "... zu einem großen Teil der Zeichnungen haben die alten Krebeser Fichten, die mir durchs Fenster zuschauten, die moosigen Häupter geschüttelt ...". In Krebes, nahe der Burgstein-Ruine, hatte sich Hermann Vogel 1892 ein Haus bauen lassen, das heute als Hermann-Vogel-Haus und Außenstelle des Plauener Vogtlandmuseums fungiert.

Hermann Vogel wurde am 16. Oktober 1854 in Plauen geboren. In der Hammerstraße (Ecke Fürsten-, später Stresemannstraße) als zweiter Sohn des Baumeisters Wilhelm Traugott Vogel (1988 wird das inzwischen völlig verfallene Geburtshaus Vogels abgerissen).

 

Nach dem Abitur am Plauener Gymnasium beginnt Vogel ein Jurastudium. Später wechselt er zu einem Studium an der Kunstakademie in Dresden. Nach einem lukrativen Auftrag (die Illustration von Sagen betreffend) bricht er sein Studium ab wird freischaffend. Er fertigt Illustrationen für die Zeitschrift Deutsche Jugend (und später die Fliegenden Blätter) an und kann sich in Loschwitz bei Dresden ein Haus bauen lassen. 1892 erwirbt er ein Grundstück am Kirchpöhl in Krebes, um sich auch hier ein Haus bauen zu lassen, das er 15 Jahre später durch einen Anbau mit Veranda erweitern lässt.

 

Der Schriftsteller Kurt Arnold Findeisen erinnerte sich an "ein villenartiges Fachwerkhaus, das an Simsen und Giebeln mit geschnitzten Märchenmotiven verziert war, wodurch es auf eine sonderliche Art an ein Pfefferkuchenhäuschen erinnerte". Vogel lebt in seinem Krebeser Haus mit seiner Haushälterin Antonia Kettner; weitere Bewohner sind ein Rabe, für den der literarische Name Franz Moor überliefert ist, zwei Dohlen, Wasserkopf und Vitzliputzli genannt, die Kater Fussel und Max, ein Igel namens Fridolin und zwei Dackel, die aufs Wort und auf Bertram und Robert hören.

Bereits zu seinen Lebzeiten wird (1903) eine Straße in Loschwitz und zehn Jahre später im Plauener Stadtteil Haselbrunn nach ihm benannt. Am 22. Februar 1921 stirbt Hermann Vogel in Krebes. Ein Findling auf seinem Grab an der Südseite der Dorfkirche zu Krebes trägt die von Vogel formulierte Inschrift: "Hier ruht einer, der hatte den Wald so lieb". 1944 erwirbt die Stadt Plauen das Hermann-Vogel-Haus in Krebes. 1951 befindet sich in diesem Haus das Gemeindeamt, die Poststelle und die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie.

 

Ab 1952 wird das Haus Museum und drei Räume werden an verschiedene Künstler vermietet. Nach dem 13. August 1961 wird Krebes Sperrgebiet, das Hermann-Vogel-Haus "vorübergehend" geschlossen. 1993 wird die Stadt Plauen wieder Eigentümerin des Herman-Vogel-Hauses. Nach Sanierung und Restaurierung ist seit 1997 das Haus mit einer Dauerausstellung zu Leben und Werk Hermann Vogels wieder der Öffentlichkeit zugänglich. 

 

Von Lutz Behrens