Entwürfe für Wende-Denkmal in Plauen vorgestellt

Die Entwürfe für das geplante Wende-Denkmal in der Innenstadt von Plauen sind am Montagabend im Rathaus erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Vor interessierten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur sind alle 14 Arbeiten von Architekt Claus Weisbach ausführlich beschrieben worden.

 

Die Namen der Bildhauer wurden nicht bekannt gegeben, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen. Sämtliche Entwürfe stammen von Künstlern aus der Region. Die Jury, die sich am vergangenen Freitag zum ersten Mal traf, war von der Qualität der abgegebenen Arbeiten überrascht. Projektleiter Wolfgang Sachs erläuterte gestern, dass sich vor allem Jurymitglied Professor Niels Fritsche aus Dresden regelrecht begeistert über die Künstlerarbeiten und die Idee eines "Bürger-Denkmals" geäußert habe. "Das Engagement ist im Vergleich zu anderen Städten lobenswert", so Fritsche.

 

Meinung der Plauener gefragt

 

In der Jury sind unter anderem auch die Plauener Dr. Ralf Magerkord, Klaus Helbig, Manfred Feiler und Thomas Beurich sowie Professor Bernd Göbel aus Halle vertreten. An der Ausschreibung haben sich neun Bildhauer beteiligt. Einige haben mehrere Entwürfe eingereicht. Die Künstler hatten für die Umsetzung ihrer Ideen rund drei Monate Zeit. Als Materialien wurden unter anderem Marmor, Stein, Bronze und Theumaer Fruchtschiefer verwendet. Alle Arbeiten sind bis zum Wochenende im Oberen Foyer des Rathauses ausgestellt und können auch bewertet werden.

 

Die Plauener sind aufgerufen, ihre Gedanken zu den Entwürfen zu äußern. Dazu sind Blätter ausgelegt, auf denen man seinen Favoriten nennen und seine Meinung zu den ausgestellten Arbeiten niederschreiben kann. Die Meinungen der Plauener werden den Jurymitgliedern vorgelegt und können in die endgültige Entscheidung der Jury einbezogen werden. Welcher Künstler mit seinem Entwurf das Rennen macht, entscheidet sich erst im Herbst, informierte Sachs. Im September wird sich die Jury zu ihrer entscheidenden Sitzung treffen. Bekanntgegeben wurde, dass es in den Reihen der Jury bereits zwei Favoriten gibt. Ob eine dieser beiden Vorschläge am Ende auch in der Fußgängerzone zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten.

 

Internetseite jetzt online

 

Damit Interessierte, die nicht im Vogtland wohnen, sich ebenfalls über das Projekt informieren können, ist seit einigen Tagen eine Internetseite freigeschaltet. Hier können alle Informationen zur Spendenaktion nachgelesen werden. Bisher sind 12 140 Euro an Spenden eingegangen. Auf der neuen Internet-Plattform sind auch aktuelle Berichte zu Aktionen und Veranstaltungen zu sehen. Besonders interessant ist eine Foto-Dokumentation über die erste große Wende-Demonstration am 7. Oktober 1989 in Plauen.

 

Hier sind zum Teil noch unveröffentlichte Bilder der Kundgebung, die von den Fotografen unter hohem persönlichen Risiko aufgenommen worden sind, zu sehen. Selbst ein Foto des Original-Flugblattes, mit dem zur Protestaktion aufgerufen wurde, ist zu sehen. In Kürze werden auch die Entwürfe der Künstler auf der neuen Seite veröffentlicht. (mr)

 

Service:

www.wende-denkmal.de