Entwürfe fallen durch

Ein gemeinsames Erscheinungsbild - das will sich die Stadt Plauen verpassen. Mit der Suche wurde eine Arbeitsgemeinschaft (ArGe) lokaler Werbeagenturen beauftragt. Deren Vorschläge für ein neues Logo lehnte der städtische Verwaltungsausschuss am Mittwochabend allerdings ab.

"Welches Schweinderl hätten S‘ denn gern?": Das fragte einst der legendäre Moderator Robert Lembke in seiner Quiz-Sendung "Was bin ich?". In abgewandelter Form wurde diese Frage am Mittwoch auch an die Mitglieder des Verwaltungsausschusses gestellt. "Welches Logo hätte Sie den gern?" Die Antwort war dabei eindeutig: Keines.


Lediglich Thomas Fiedler (SPD) entschied sich für die erste der drei vorgestellten Varianten (siehe Foto) und lobte die Entwürfe als "jung und frisch", die zum Nachdenken und kurzem Innehalten anregten". Vergleichbar sei das mit dem Slogan "Hof - in Bayern ganz oben", mit dem Plauens Partnerstadt auftritt. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer bezeichnete die Entwürfe als "pfiffige Idee".


Andere Stadträte konnten mit der Idee der "Spitz‘nstadt" indes weniger anfangen. Sowohl das ausgelassene "e", das für die textile Spitze und mehr stehen soll, als auch das Apostroph stießen auf wenig Gegenliebe.
"Ich hätte mir verschiedene Varianten gewünscht, außer diejenigen mit dem "verlorenen E‘, so der AfD-Fraktionsvorsitzender Gerald Schumann. Das sei zwar "sehr trendig, aber dem Zeitgeist unterworfen. Schumann war skeptisch, wie das Ganze auf Amtsbögen wirke. Die AfD plädierte für eine Verlagerung, dem schloss sich die CDU an. "Die Entwürfe sorgen für Reibung in den sozialen Medien", so der Fraktionsvorsitzende Jörg Schmidt. In der Fraktion habe man allerdings mehrheitlich empfunden, keine der drei Varianten zu befürworten. Auch deswegen, weil man nicht allen Gedanken der ArGe folgen konnte - beispielsweise den der "verschluckten Endung". Zudem würden sich die Christdemokraten eine stärkere Einbeziehung des historischen Wappens wünschen.


Sven Gerbeth (FDP), der als Deutschlehrer tätig ist, tat indes "der Anblick des Apostroph körperlich weh. Er erhofft sich zwei weitere Entwürfe, über die dann abgestimmt werden soll. Das sah Eric Holtschke (SPD) genauso.
Dies wird im Rahmen der (zeitlichen) Möglichkeiten geschehen, versprach Pascal Weidenmüller von der ArGe Spitzenstadt, ein Zusammenschluss diverser Plauener Werbeagenturen. Mehrere Logos mit dem "E" zu präsentieren sei allerdings schwierig und nicht in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion zu bewerkstelligen. Auch in Sachen Einbeziehung des historischen Logos blieb er skeptisch.


Die Zeit drängt, schließlich will die Stadt rechtzeitig vor dem 900. Stadtjubiläum, das im Jahre 2022 gefeiert wird, mit dem neuen Corporate Design nach außen hin auftreten. Deshalb erbat sich Stadtchef Oberdorfer dann "eine zügige Entscheidung" des Stadtrates, wenn neue Entwürfe vorliegen. Ursprünglich sollte das Gremium bereits der nächsten Sitzung am 17. November über das Logo abstimmen. M. W. 
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