Enka-Sanierung in Elsterberg kostet 9 Millionen

Neun Millionen Euro kostet die Sanierung des 14,6 Hektar großen ehemaligen Enka-Werksgeländes, das hinter dem Schlagbaum am Pförtnergebäude am Scholasberg liegt. Das sagte am Donnerstag Bürgermeister Volker Jenennchen dem Vogtland-Anzeiger.

Elsterberg - Dabei sollen die von Industrie- und Verwaltungstechnik sowie Versorgungsleitungen leergezogenen Gebäude abgerissen, das Mauerwerk entsorgt und die Fläche für eine künftige Nutzung als Gewerbe- und Industriepark mit dem Anschluss aller Versorger vorbereitet werden.

Dies ist das Resultat einer Studie, die die Wirtschaftsfördergesellschaft Ostthüringen in Gera im Auftrag des Landratsamtes des Vogtlandkreises erstellt hat. Möglich wurde die Erstellung durch ein EU-Projekt namens "Qualist" mit dem kleinere Kommunen bei der Aufarbeitung von ehemaligen Produktions-Immobilien zu einer Nachnutzung finanzielle Hilfe gegeben wird. "85 Prozent Förderung gibt es dazu von der EU, so wird das Ganze für uns machbar", ist Volker Jenennchen optimistisch. Bis Ende 2013 muss dazu der Fördermittelantrag mit den nötigen Unterlagen eingereicht sein. Jenennchen dankt über unsere Zeitung dem Landrat Dr. Lenk sowie dem Bau- und Wirtschaftsdezernenten Lars Beck für die Unterstützung zur weiteren Aufarbeitung der ehemaligen Enka-Immobilie.

Wesentlich zur künftigen Nutzung des Geländes wird auch der noch vorhandene Gleisanschluss beitragen. "Bis Jahresende 2012 muss die Stadt entscheiden, ob dieser weiter benötigt wird", berichtet Jenennchen über das Resultat von Gesprächen, die er schon im Herbst 2011 mit Vertretern der Deutschen Bahn AG geführt hat. "Es müssen künftig mindestens zwei Firmen die Gleisanlagen für ihre An- oder Abtransporte von Gütern nutzen", so sei laut Stadtoberhaupt die Vorgabe der Deutschen Bahn AG für eine Weiterbetreibung des Anschlusses. Auch da ist Jenennchen zuversichtlich, dies künftig zu erfüllen. Immerhin kostet der dann notwendige Neubau der Eisenbahnbrücke über die Elster etwa 1,5 Millionen Euro mit Förderung.

Optimistisch ist der Bürgermeister zudem auch, dass 2012 Bewegung in die ehemaligen Enka-Immobilien vor dem Werkstor kommt. Hierfür hätten schon Handwerker und mittelständische Produktionsfirmen Kauf-Anfragen gestellt. Ohne konkrete Namen zu nennen, sprach das Stadtoberhaupt auch von einem fränkischen Produktionsunternehmen das Interesse am Standort in der Walter-Suchanek-Straße gezeigt habe. Im zweistelligen Bereich wären dann die Arbeitsplätze, die hier entstehen könnten, so Jenennchen.

Zur Koordinierung der dazu weiter anstehenden Arbeiten hat Jenennchen einen siebenköpfigen Sonderausschuss mit den Stadträten Wolfgang Haupt, Horst Neczas, Jürgen Brückner, Thomas Steinmüller (alle AHL), Heiko Hoyer (GfE), Joachim Baierl (CDU) und Sandro Bauroth (FDP) ins Leben gerufen.

Die Sanierung und Neunutzung des ehemaligen Enka-Standortes seien Hauptaufgabe für 2012 und die nachfolgenden Jahre. Daraus macht Volker Jenennchen keinen Hehl und hält weiter an seiner schon oft von ihn genannte Hauptaufgabe "wieder Leben ins ehemalige Enka-Gelände einziehen zu lassen, bevor ich im Sommer 2015 in Pension gehe", mit aller Macht fest.

Mit dem ehemaligen Rittergut in Kleingera habe Jenennchen ein zweites "Sorgenkind": "Hier sind wir immer noch nicht weiter, ob wir den Anbau abreißen dürfen oder nicht. Die Entscheidung darüber liegt noch bei der Landesdirektion in Chemnitz", sagte er dazu und erklärt: "Die untere Denkmalbehörde sagt Abriss, die obere Nein. Nun entscheidet die Landesdirektion." Das Stadtoberhaupt hofft auf eine Entscheidung bis Ende März.

Neben dem "straffen" Winter, der zu Beginn des Jahres 2011 das ganze Augenmerk der gesamten Mitarbeiterschaft in der Stadtverwaltung erforderte, nannte Jenennchen nochmal die Anbindung des Gustav-Voigt-Platzes an den Kreuzungsbereich B 92/August-Bebel-Brücke oder die Sanierung der Turnhalle in Coschütz als erfolgreiche Maßnahmen. In 2012 sind schon jetzt die Dorfplatzanbindung in Losa, die Gestaltung des Rastplatzes am Ortseingang von Noßwitz oder der kommunale Straßenbau Vorhaben, deren Umsetzung angeschoben ist.

Mit dem Abriss des Hauses Piehlerstraße 7 werde die Beseitigung von Ruinen weiter geführt. "Hier haben wir auch eine Einigung mit dem Besitzer des Nachbachhauses der Nr. 9 in Aussicht", sagte Jenennchen. Noch keine Lösung gebe es für einen Abriss des ehemaligen Ärztehaus von Frau Dr. Neupert in der Langen Straße. Weniger Sorgen hat Jenennchen jetzt mit dem ehemaligen Gasthof "Roter Stern" in Görschnitz, "für den gibt es Interessenten", teilt er mit. Positiv habe sich auch das Schulzentrum in der Wallstraße entwickelt. Hier nannte er insbesondere die neu installierte private Mittelschule. In diese wurde zu Schuljahresbeginn der dritte Jahrgang in die fünfte Klasse eingeschult. Am 28. Januar gibt es dort von 14 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür.

Abschließend wünscht Volker Jenennchen noch allen Bürgern seiner Stadt Gesundheit und Zufriedenheit. Persönlich will er auch 2012 seinem Hobby, der Jagd frönen, im eigenen Revier und bei Einladungen zu Freunden innerhalb Deutschlands.