Enka-Ende: Endgültige Entscheidung der Eigentümer

Die Hoffnung ist tot - es lebe die Hoffnung: Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk plant ein Treffen mit den Eigentümern der Elsterberger Enka, der International Chemical Investor Group (ICIG) aus Frankfurt am Main. Wie es aus Dresden heißt, soll das Gespräch kommende Woche stattfinden. Jurk will versuchen, die Eigentümer umzustimmen.

das Enka-Werk in Elsterberg (380 Leute) zum 30. Juni zu schließen - zugunsten des Enka-Werks im bayrischen Obernburg (250 Leute). Das geht aus einem Schreiben von Til Boldt hervor, dem Geschäftsführer der Enka-Gruppe, zu der Elsterberg gehört. Boldts Schreiben ist an Joachim Günther gerichtet, den vogtländischen FDP-Bundestagsabgeordneten. Günther hatte Auskunft verlangt, wie die Kunstseidenproduktion im Vogtland gerettet werden kann und welche Strategie die Enka-Gruppe verfolgt.

Boldt schreibt von Auftragsrückgängen, vom Wettbewerbsdruck chinesischer und indischer Produzenten. Ja, Elsterberg habe gute Qualität geliefert bei wettbewerbsfähigen Herstellungskosten und über viele Jahre zum Überleben der gesamten Enka-Gruppe beigetragen, doch es komme "nicht auf die Gegebenheiten am Standort Elsterberg an, sondern auf die Situation der Enka-Gruppe insgesamt": Nur durch die Stilllegung der Enka in Elsterberg könne die Enka-Gruppe überleben. Für Obernburg sprächen die Kostenentwicklung, technische Produktionsmöglichkeiten "und der aus der Maßnahme resultierende Cash-Bedarf".

Man wolle Unterstützung geben alternative Arbeitsplätze in Elsterberg zu finden - auch in der Enka-Immobilie. "Hierzu zählt nicht die Fortsetzung der heutigen Produktion in Elsterberg", schreibt Boldt und meint: Keine Konkurrenz zum Standort Obernburg.