Energieversorger investiert in Stromnetz

Klingenthal - Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom) ist der Netzbetreiber von Envia M und verbessert derzeit die Qualität der Stromversorgung in Klingenthal und Umgebung. Über die Maßnahmen informierten am Donnerstag im Klingenthaler Rathaus der Leiter Netzregion Süd-Sachsen von Mitnetz, Uwe Kramer, und Reginald Fuchs von Envia M.

Im Jahr 2013 werden im gesamten Verteilergebiet von Mitnetz mit Teilen Sachsens, Sachsen-Anhalts, Brandenburgs und Thüringens mit 76 000 Kilometer Netzlänge 277 Millionen Euro investiert, davon 14,6 Millionen im Vogtlandkreis. In erster Linie geht es hier um die Umstellung der Mittelspannungsverteilung von der veralteten 10 Kilovolt- auf die modernere und leistungsfähigere 20 kV-Technik, die sukzessive in den vergangenen Jahren bereits in Angriff genommen wurde. Hintergrund ist neben einem höheren Stromverbrauch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und daraus resultierende kompliziertere Netztechnik. Diese entspreche nicht mehr dem klassischen Prinzip von Hochspannungsleitung - Umspannwerk - Verteilstation - Verbraucher, denn auch Letztere würden heute einspeisen, etwa über Solaranlagen.

Im Gebiet von Mitnetz in Sachsen gab es 2012 über 14 000 Anlagen, die Wind, Wasser, Biomasse oder Sonnenenergie nutzen und die allein im Vogtlandkreis 57 Megawatt Leistung besitzen - eine Steigerung um mehr als die Hälfte gegenüber 2011. Wichtigstes Vorhaben in Klingenthal ist die Verlegung einer 20-kV-Leitung von 6,2 Kilometer Länge bis Erlbach, die derzeit zur Hälfte fertig gestellt ist und eine Voraussetzung zur Außerbetriebnahme des Umspannwerks Muldenberg im Jahr 2016 ist.

Weitere Objekte im Kreis im Zusammenhang mit der 20-kV-Technik sind zum Beispiel die Verlegung von 13 Kilometer Kabel in Adorf mit Ersatz einer Trafostaton in Siebenbrunn und eine fernsteuerbare Kompaktstation in Reuth als Ersatz für die dortige Trafostation. Der Umfang des Klingenthaler Projekts beträgt 355 000 Euro. Auf Anfrage bestätigte Uwe Kramer, dass in den Kosten auch Renaturierungsvorhaben verschiedener Art enthalten sind, wie Ausgleichsmaßnahmen oder Wiederherstellung des ursprünglichen Geländezustands. Je nach Vereinbarung würden hierfür insbesondere bei Querung von Privatgrund auch Zahlungen geleistet, die allerdings nicht immer zweckentsprechend verwendet würden und damit letztlich dem Ruf von Mitnetz schaden.

Bürgermeister Thomas Hennig betonte im Gespräch, dass er sich entschieden gegen die Installation von Windrädern im oberen Vogtland auf Grund der touristischen Nutzung wendet. Zwar äußerten Uwe Kramer und Reginald Fuchs hierfür großes Verständnis, da bereits jetzt eine Überkapazität an Windrädern bestehe und diese zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität allein 2012 insgesamt 80 Mal abgeschaltet werden mussten. Allerdings bestehe für die Netzbetreiber ein gesetzlicher Anschlusszwang bei Errichtung derartiger Anlagen, wobei weder der Standort noch der Aufwand Hinderungsgründe seien. Helmut Schlangstedt