Ende Mai - und im Vogtland schneit?s

Da hat sich das Wetter wohl im Monat geirrt. Statt Wonnemonat Mai erlebten die Vogtländer am Wochenende reinstes Aprilwetter. In den oberen Lagen fiel sogar Schnee.

Plauen/Erlbach - Tief Christoffer hat den Vogtländern das letzte Mai-Wochenende gründlich vermasselt. Vom Samstagnachmittag an überzog es den Freistaat mit Dauerregen und schenkte dem Fichtelberg sogar noch einmal eine Schneedecke. Sonntagnachmittag war sie schon acht Zentimeter stark und es sollte in den Höhenlagen des Erzgebirges kräftig weiterschneien, wie Meteorologe Florian Engelmann sagte.

Mit minus 1 Grad Celsius wurde auf dem Fichtelberg in der Nacht zum Sonntag auch die Tiefsttemperatur im Freistaat gemessen. Auch im Vogtland rund um Klingenthal fielen die weißen Flocken und bedeckten das Frühlingsgrün mit einer dünnen Decke. In Carlsfeld lagen fünf Zentimeter. "Dass der Schnee Ende Mai liegenbleibt, ist auch in den Höhenlagen unserer Mittelgebirge eher ungewöhnlich", kommentierte Engelmann die weiße Pracht wenige Tage vor dem meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni. Größere Probleme brachte der späte Schnee zunächst nicht. Laut Polizei gab es in Südwestsachsen keine vermehrten Unfälle.

Der meiste Regen fiel zwischen Samstag und Sonntagnachmittag mit 25,5 Litern pro Quadratmeter in Erlbach. Besser erging es den Ostsachsen: In Ostritz im Kreis Görlitz fielen am Wochenende lediglich 0,6 Liter pro Quadratmeter. So richtig nass wurde es in der Region Leipzig. Der Dauerregen bescherte dem Ort Markranstädt südwestlich von Leipzig den Titel als sächsischer Regenspitzenreiter: 35,7 Liter prasselten hier je Quadratmeter binnen 24 Stunden nieder. Für die meisten Flüsse in Sachsen gab die Hochwasserzentrale zunächst Entwarnung. Das sind Wassermassen, die deutlich über normalen Regentagen liegen. Im langfristigen Durchschnitt gehen in einem sächsischen Mai 60 Liter je Quadratmeter nieder.

"Dieses Soll wird der Mai locker übererfüllen", sagte der Wetterexperte Engelmann. Denn das Grau vor dem Fenster ist noch nicht vorbei. Nachdem der Regen in der Nacht zum Montag vor allem über Vogtland und Westerzgebirge ziehen sollte, gönnt er den Sachsen nur eine kurze Verschnaufpause. Schon ab Mittwoch erwartet der Wetterdienst wieder kräftige Schauer und Gewitter. va