Elstertalbrücke als Einheitssymbol

Weischlitz/Pirk - Der Autofahrer auf der A72 nimmt sie nur als Schild war: die Elstertalbrücke bei Pirk. Dabei verkörpert das 60 Meter hohe und 500 Meter lange Granitbauwerk an der sächsisch-bayerischen Grenze die deutsche Wiedervereinigung. Jetzt hat der MDR einen Film über das Bauwerk und seine Geschichte gedreht.

Mit dem Bau wurde 1938 im Zuge des Reichsautobahnbaues Chemnitz-Hof begonnen. Sie galt damals als größte Natursteinbrücke weltweit. Auf der Baustelle wurde täglich 24 Stunden gearbeitet, 450 Arbeiter waren im Einsatz. Wegen des Krieges wurden die Arbeiten Anfang 1940 eingestellt. Bis dahin waren die zwölf Bögen fast fertig. Die Fahrbahn fehlte - ein Torso mitten im Elstertal. Und daran sollte sich 50 Jahre nichts ändern. Denn nach der Teilung Deutschlands lag die Brücke am Rand des DDR-Grenzsperrgebiets.

Im Frühsommer 1990, noch bevor die "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" 1991 beschlossen wurden, begannen die Voruntersuchungen und im September dann der Weiterbau der Brücke.

Die Autobahnverbindung zwischen Plauen und Hof war dringend notwendig. Denn am Fuße der Brücke entwickelte sich das größte Verkehrschaos, welches die kleine Gemeinde Pirk je erlebt hat: Seit der Grenzöffnung quälten sich täglich tausende Fahrzeuge über die Dorfstraße Richtung Hof und umgekehrt. Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde die nördliche Fahrbahn am 2. Oktober 1992 für den Verkehr freig egeben, am 6. September 1993 folgte die südliche Fahrbahn.

"Der Osten - Entdecke wo du lebst": Sendung am Dienstag, 31. März, 20.45 Uhr, MDR-Fernsehen.