Elsterradweg: Naturschützer erwägen Klage

Die Auseinandersetzung um den Verlauf des Elsterradweges geht weiter. Jetzt droht eine juristische Klage - wegen des Wegeverlaufs am Fluss. In der Kritik stehen Landratsamt und Straßenamt Sachsen.

Elstertal - Aufrecht erhält Naturschützer Arndt Doll seine Rechtsaufsichtsbeschwerde beim Sächsischen Amt für Straßenbau und Verkehr zum Bau des Elsterradwegs. Durch die Stellungnahme der Behörde - der Vogtland-Anzeiger berichtete - sieht der Zaulsdorfer "bestätigt, dass es sich bei dem Abschnitt zwischen Rebersreuth und Oelsnitz um einen Schwarzbau handelt". Nicht nur das Landratsamt habe geltendes Recht gebrochen, indem es ohne Planfeststellungsverfahren am Montag mit den Bauarbeiten im FFH-Gebiet begonnen habe. Doll wirft dem Amt für Straßenbau nun vor, "den Rechtsbruch unterstützt zu haben", weil es den Bau nicht gestoppt hatte. "Beim kleinen Bürger werden andere Maßstäbe beim Schwarzbau angesetzt, das ist nicht gleiches Recht für alle", kritisiert Doll.

Im Mühlentaler Ortsteil Elstertal wurde inzwischen eine sechs Meter breite und 30 Zentimeter tiefe Trasse von 1,5 Kilometer Länge ausgehoben - "und das für einen zwei Meter breiten Radweg", schimpft Doll. Die Arbeiten seien mit Fotos durch einen Naturschutzverband dokumentiert worden. Eine Klage werde geprüft. Das Amt für Straßenbau und Verkehr hat die Duldung des Vorhabens - trotz rechtlicher Bedenken - mit Zwängen begründet, welche dem Landkreis durch die Zuwendung von EU-Fördermitteln entstehen. R.W.