Elsterberg schielt nach Thüringen

Könnte das thüringische Hohndorf nicht Teil von Elsterberg in Sachsen werden? Das war Thema im Elsterberger Rat, als es um die Gemeindegebietsreform ging. Diese Frage stellte Vize-Bürgermeister Wolfgang Haupt (AHL) zum Thema Gemeindegebietsreform. "Was wäre schlimm daran?", fragte er.

 

Eine Verwaltungsgemeinschaft über die Grenzen zweiter Bundesländer wäre ein Novum in Deutschland. Aber bis zur Wende hatten die Dörfer westlich und südlich der Stadt zum Gemeindeverband Elsterberg gehört. Haupt hofft auf eine Diskussion, vor allem in den Thüringer Nachbarorten. Ihm sei klar, das eine Umsetzung schwer werde, zumal die CDU bis auf weiteres ein Bundesland Mitteldeutschland ausschließe. "Aber der Bürgerwille ist wichtig, der hat Priorität", sagte Haupt.

Das sei auch bei einer Partnerschaft mit Netzschkau, Limbach und Pöhl entscheidend. Wenig Sympathie für Elsterberg machte Haupt bei Limbach und Netzschkau aus, auch wenn Netzschkaus Bürgermeister Werner Müller (SPD) unter den Ratsbesuchern saß. Von den Pöhler Orten, so scheint es Haupt, haben nur Ruppertsgrün (durch die Kirche) und vielleicht Liebau und Christgrün Verbindungen zu Elsterberg, die aus der Zeit von vor 1952 stammen. Mit Hohndorf, Tremnitz, Pansdorf, Cossengrün, Schönbach, Leiningen und Gablau (alles Thüringen) machte Haupt eine künftige Stadt Elsterberg mit etwa 7 500 Einwohnern aus - tragfähig für die Zukunft. Pöhl und dem Vogtländischen Oberland sprach er als Kommunen eigenständige Perspektive ab - zu wenig Einwohner, keine innere Bindungen.

Laut Bürgermeister Volker Jenennchen ist eher eine Fusion in Richtung Netzschkau möglich, als nach Hohndorf. "Ich kann mit einem Bürgerentscheid zu einer Fusion leben." Alleine kann Elsterberg mit seinen etwa 4600 Bürgern nicht bleiben. Man wolle nicht auf staatliche Vorgaben warten. Alle Fraktionen favorisieren ein Zusammengehen "auf Augenhöhe", sprich: mit etwa gleich großen Kommunen, wie Netzschkau, Limbach und Pöhl. Die Bürger zu fragen wünscht Stadtrat Wolfgang Krumm (AHL) genau wie Joachim Baierl (CDU) und Kleingeras Ortsvorsteher Christian Greger (AHL). Andreas Oberlein hat sich mit seiner SPD-Ortsgruppe Elstertal noch noch nicht zu einer Meinung durchringen können. In der Fraktion Gemeinsam für Elsterberg gibt es verschiedene Meinungen: Olaf Sommer will mit Netzschkau, Limbach und Pöhl fusionieren und nur dann nach Thüringen schauen (Sommer). Dagegen sieht Heiko Hoyer eine Fusion mit den Thüringer Nachbarorten auf Grund der Gemeinsamkeiten bis zur Länderbildung als die deutlich bessere der beiden Lösungen an.  j.st.