Elsterberg baut zwei Stadtgebiete um

Elsterberg - Es war eine schwere Geburt, der Beschluss zu den beiden Stadtumbaugebieten "Elstertal" und "Bahnhofsvorstadt" in Elsterberg. Dabei sollte der Stadtrat nur die Fördermittelanträge für beide Projekte auf den Weg zu bringen.

Aber erst nach eineinhalbstündiger Diskussion und einer bisher in Elsterberg nicht erlebten Sitzungspause wurden die Beschlüsse gefasst - einstimmt. Entschieden hat der Stadtrat auch über ein Entwicklungskonzept für die beiden Stadtgebiete "Elstertal" und "Bahnhofsvorstadt". Anett Eisel und Martin Neubert von der Westsächsischen Gesellschaft für Stadtentwicklung hatten das Konzept sowie die Gebiete vorgestellt. "Das Ganze ist ein Maßnahme-Mix von Aufwertung der Gebiete und Abriss von Gebäuden wie der Gippensiedlung", so Martin Neubert.

Der Bauausschuss hatte die Pläne vorberaten. Trotzdem begann im Stadtrat eine lange Diskussion über eine Erweiterung der beiden Gebiete. Zudem waren sich einige Stadträte wahrscheinlich nicht bewusst, welchen Sinn die Konzepte haben. Stadtrat Heiko Hoyer (Gemeinsam für Elsterberg) sprach Ausbau- und andere Beiträge an, Sandro Bauroth (FDP) brachte eine Gebietsvergrößerung ins Gespräch. Regine Horlbeck (GfE) erkundigte sich zur Berücksichtigung von Kultur und Sport, die nach ihrer Meinung in beiden Gebieten zu kurz gekommen sei.

Laut Planerin Anett Eisel sind Vorschläge willkommen. Und Matthias Wachter (AHL): "Wir müssen Ideen suchen und Entscheidungen treffen, an denen wir uns auch in Jahrzehnten noch messen lassen müssen." Zum Glück für die Stadt, passierten die Vorschläge den Rat, sodass der Antrag gestellt werden kann. Doch damit fließen noch lange keine Fördergelder, wie Bürgermeister Volker Jenennchen sagte. "Wir können auch rausfliegen aus dem Fördertopf." Im Konzept vorgesehen sind Maßnahmen von Planung bis Umsetzung für fast 4 Millionen Euro. Zwei Drittel davon werden staatlich gefördert, den Rest von 1,3 Millionen trägt die Stadt. Auf die Bürger in den Gebieten kommen keine Zahlungen zu, erfuhren die Stadträte.

Umgesetzt werden könnten die Maßnahmen bis 2016, Fördergelder sollen bis 2020 fließen. Vorsichtshalber hatten die Planer ins Gebiet "Elstertal" auch die Enka-Fläche einbezogen. "Wir fahren da zweigleisig", sagte Bürgermeister Jenennchen. "Erhalten wir keine Fördermittel für den Abriss über das EU-Projekt ,Qualist', dann haben wir die Maßnahme hier noch dabei."