Elsteraue als Ort der Inspiration

Der Komturhof zum Auftakt und am Schluss das Weisbachsche Haus - singuläre Beispiele Plauener Architekturhistorie edelster Art hatten sich die Zuständigen für Euro-Pleinair und artVogtland als Kulisse gewählt.

Plauen - So bestimmte der ganz besondere Geist eines Ortes die kreative Atmosphäre, in der zwölf europäische Künstler zusammenfanden, um eine Woche lang zu arbeiten. Zum anderen bot dies Gelegenheit zur Präsentation (und Kauf) von Werken regionaler Kunstschaffender.

Zum guten Ende gebracht und danach eröffnet wurde, eloquent und charmant wie immer und stets auch mit einem sympathischen Hang zur Theatralik, von Christian Pöllmann, einem der Geschäftsführer der ad astra Entwicklungsgesellschaft. Er fand nicht nur Worte zum Genius loci, sondern pries zudem die inspirierende und künstlerische Kreativität geradezu potenzierende Kraft der das Weisbachsche Haus umgebenden Stadtlandschaft, der Elsteraue.

Zudem galt sein Dank der Familie Weisbach. Sie hatte das ehrwürdige Haus und den prächtigen, geheimnisvollen Garten für das Pleinair eine Woche lang der Kunst anheimgegeben. Und was in einer Woche Euro-Pleinair entstanden war, konnten sich die Besucher im Vorraum des Gösselsaales und den Räumen darunter ansehen.

Ein kleiner Rundgang ließ Erstaunliches entdecken. Da provozierte farbkräftig Abstraktes, das die Lust am Malen und am Rausch eines explodierenden Grüns geradezu in die Welt hinaus posaunte, gemalt von Monika Stock aus Deutschland, neben einer fast idyllisch anmutenden Wiedergabe des Plauener Altmarktes mit Johanniskirche im Hintergrund, nachempfunden und ins Bild gesetzt von Daniela Petrikova aus der Slowakei. Anna Gajova wiederum zauberte mit Tusche kleinformatige Plauener Genreskizzen auf ganz profane Papierservietten; dabei vermischte sich thematisch Gegenwärtiges mit historischen Stadtansichten zu sehenswert-skurrilen Einblicken.

Eine prächtige Frontansicht des Weisbachschen Hauses als großformatiges Aquarell hatte sich die Italienerin Ida Fattorie vorgenommen und übergab am Freitag das zart pastellfarbige Bild als passendes Geschenk an die Freunde von ad astra. Hilke Kracke, eine Deutschitalienerin, dankte im Namen der Teilnehmer des Euro-Pleinairs. Sie versprach, bereits im September wieder nach Plauen zu kommen. Dann wird, am 7. September, im Weisbachschen Haus eine Ausstellung von Mitgliedern des Vereins Focus Europa eröffnet werden.

Mit obligatorischem Glas Sekt und kollektivem Jubel: "Die vierte artVogtland ist eröffnet!", wurde ohne Verzögerung der zweite Teil des Vorabends erreicht; die Freunde des bevorstehenden Deutschland-Spiels wussten es zu danken. Nach Verkaufsausstellungen auf dem Gelände der ehemaligen Sternquell-Brauerei nahe der Friedensbrücke und einer in der Sparkasse am Komturhof, fand die vierte artVogtland nun ihr Domizil, wenngleich in kleinerem Umfang, im Gösselsaal des Weisbachschen Hauses.

Ihre Arbeiten präsentierten die Holzgestalter Simone Schade und Falk Schilb, ihre Bilder stellten der freischaffende Maler und Kursleiter Andreas Claviez und sein Mittwochs-Malschüler Ralf Juschten aus. Textile Kunst zeigte Claudia Hölzel, und auch Wilhelm Mühsam war wieder mit einem Stand vertreten. Zwei Tage lang läuft die Verkaufsausstellung.

Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer ließ sich diesmal entschuldigen; er hatte am Donnerstag die Pleinair-Teilnehmer zum Kaffee ins Rathaus eingeladen und ihnen vom Turm des Rathauses eine Blick auf Plauen spendiert. Anwesend und für ein kurzes Wort der Anerkennung für die Künstler bereit war Steffen Zenner, der Herausforderer für das Amt des Plauener Oberbürgermeisters.