Ellefelder Tierschützer mit Sorgenfalten

Ohne Eile aber mit der Gewissheit, etwas Fressbares zu finden, trabt "Carlo" zur Futterkrippe. Seit vielen Jahren lebt der Ponyhengst gemeinsam mit Artgenossen auf dem Tiergnadenhof von Matthias Stark. Doch in Corona-Zeiten hat sich auch hier einiges verändert.

Von Thomas Voigt

Besuche mit dem mobilen Streichelzoo oder Ponyreiten fallen wegen der Pandemie-Beschränkungen weg. Besonders beliebt sind Tierbesuche vor allem in Seniorenheimen, Kitas und Schulen. Dort hat man gerade mit anderen Problemen zu kämpfen. Dadurch bleiben Einnahmen für den Gnadenhof aus. Der Tierschützer macht sich wegen der finanziellen Engpässe Sorgen. "Unser Verein hat momentan keine Einnahmen mehr."
Familie Stark und die Helfer betreuen fast 140 Tiere. Alle haben sie einen Pass mit Namen. Auf dem Hof tummeln sich unter anderem Schafe, Ziegen, Pferde, Esel und Alpakas. Viel Platz für weitere Aufnahmen gibt es allerdings nicht mehr, es sei denn, es ist ein Notfall. "Bis jetzt haben wir immer eine Lösung gefunden", blickte der 59-Jährige zurück. Vor zehn Jahren gründete er den gemeinnützigen Verein. Im Umfeld des Gnadenhofes gibt es von früh bis spät viel zu tun. "Insgesamt ist der Aufwand enorm", weiß Stark. Allein in der kalten Jahreszeit werden zur Versorgung der gestrandeten Tiere 120 Rundballen Heu benötigt. Wöchentlich fallen tonnenweise Mist an. Die Situation ist angespannt. Wegen der Kontaktverbote bleiben momentan auch die Helfer weg. Vieles bleibt in diesen Wochen am Vereinsgründer und seiner Frau hängen.
Kosten entstehen beispielsweise durch Wasserverbrauch, Fut-ter, Tierarzt und etliche Fahrten. Viele Tierfreunde, die den Gnadenhof sonst regelmäßig unterstützten, gerieten in der Corona-Krise teilweise selbst in Existenznot. Weil das Geld zur Versorgung der Tiere immer knapper wird, rief der Ellefelder, der hauptberuflich in einer Förderschule unterrichtet, eine Spendenaktion ins Leben. "Ich habe 30 Briefe verschickt", verriet er. Soforthilfe kam von der Gemeinde, der Sparkasse sowie Autohäusern. Immer mehr Privatpersonen beteiligen sich an der Aktion. Um die enormen Verluste auszugleichen, bittet der Vereinschef um weitere Spenden. Für den Aufbau des Gnadenhofes mit eigenen Mitteln wurde der Vogtländer 2015 mit Sachsens Tierschutzpreis ausgezeichnet.

Spendenkonto: Sparkasse Vogtland, Gnadenhof für Tiere e.V., IBAN: DE96 8705 8000 3520 0113 0