Elfeinhalb Jahre Haft nach Plauener Drama gefordert

Im Prozess um den Tod seiner Geliebten hat die Staatsanwaltschaft für einen 47-jährigen Mann aus Plauen elfeinhalb Jahre Haft gefordert. In ihrem Plädoyer warf sie am Montag dem alkoholkranken Mann Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit unterlassener Hilfeleistung vor. Die Verteidigung beantragte eine Verurteilung wegen unterlassener Hilfeleistung. Das Landgericht Zwickau will am Donnerstag seine Entscheidung verkünden.

Laut Staatsanwaltschaft soll er seine Freundin am 8. September 2011 in Plauen mit einem Küchenmesser mit 15 Zentimeter langer Klinge in die Leiste gestochen haben. Anschließend habe er die Frau zwar auf ein Sofa gelegt, die Wunde aber nicht weiter versorgt. Selbst als der damals zwölfjährige Sohn seiner Geliebten nach der Schule nach Hause kam und auf Hilfe drängte, habe der Mann weiterhin gezögert.

"Der Angeklagte hat zunächst alle Rettungsbemühungen abgeblockt", befand die Staatsanwaltschaft. Hätte er mit seinem Anruf beim Notarzt nicht mindestens drei Stunden gewartet, wäre sie gerettet worden, glauben die Ermittler. Angeklagt worden war der Mann, der unter anderem wegen Körperverletzung vorbestraft ist und zur Tatzeit unter Bewährung stand, ursprünglich wegen Mordes.

Die Tötungsabsicht hat sich aber auch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht bestätigt. Vielmehr sei das Paar, das seit dem Frühjahr 2010 ein außereheliches Verhältnis hatte, während der Ehemann auswärts arbeitete, unter massivem Alkoholeinfluss in Streit geraten, hieß es nun. Der Mann blieb auch im Prozess bei seiner Version, dass sich seine Freundin die Verletzung selbst beigebracht habe. Dass sich die Frau die Verletzung selbst zugefügt haben könnte, hält die Staatsanwaltschaft allerdings nach Gutachter-Aussagen für ausgeschlossen. va