Elf Jahre Haft für Markus F. gefordert

Im Rockerprozess droht dem Ex-Chef des verbotenen MC Gremium Plauen eine empfindliche Strafe.

Plauen/Cottbus - Der letzte Chef des inzwischen verbotenen Plauener Motorrad-Rockerclubs MC Gremium Markus F. soll für elf Jahre ins Gefängnis. Das jedenfalls forderte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. F. muss sich seit Anfang Januar 2014 in einem Verfahren unter anderem wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Cottbus verantworten.

Die Ankläger gehen in der immer wieder durch neue Anträge verschobenen Beweisaufnahme davon aus, dass sich der 32-jährige Plauener des versuchten Mordes sowie der räuberischen Erpressung schuldig gemacht hat. Seine Verteidiger sehen allerdings lediglich einen Landfriedensbruch als erwiesen an und beantragen eine Haftstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten. F. gilt damit als einer der Haupttäter.

Für den angeklagten Drahtzieher der Aktion wurden ebenfalls elf Jahre Gefängnis gefordert. In der Nacht vom 30. zum 31. Dezember 2011 hatte Markus F. gemeinsam mit etwa 40 anderen Mitgliedern der Rockergang in Königswusterhausen eine Disco heimgesucht um dort Angehörige einer verfeindeten Rockergang "aufzumischen".

Als sie dort keine vorfanden, zogen sie weiter durch die Stadt und trafen dabei auf einen damals 16-jährigen Jungen, den sie fälschlicherweise für ein Mitglied der verhassten Hells Angels hielten. Sie überfielen ihn, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, um ihn zu töten. Nur durch eine Notoperation konnte das Leben des Jungen gerettet werden.

Mit auf der Cottbusser Anklagebank saß auch F.s Plauener Kumpan Christian W., den die Staatsanwaltschaft aus dem gleichen Grund wie seinen früheren Chef gern für 7 Jahre und 9 Monate hinter Gittern sehen würde. Sein Verteidiger hatte für ihn einen Freispruch beantragt. Das Urteil will das Cottbusser Landgerichtes am Freitag verkünden.