Einsatz für Bahnstrecke

Was viele nicht wissen: Für die Wisentatalbahn zwischen Schönberg und Schleiz sind ständig Erhaltungs- und Pflegearbeiten erforderlich.

Von Jochen Pohlink

Mühltroff/Schleiz -  "Mit unserer Bahn ist es so, wie mit einem Haus: Wenn Du hinten fertig bist, musst Du vorn wieder anfangen", so Klaus Wiedemann vom Wisentatalbahn-Förderverein im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger.
So war es zum Beispiel am Donnerstag notwendig, Freischneidearbeiten am Bahnhof Schleiz-West vorzunehmen, um den Fahrplan am Samstag zu gewährleisten. Der Sturm am Mittwoch/Donnerstag hatte vier Bäume in den Gleisbereich geworfen.
Aber auch abseits von solchen "Feuerwehreinsätzen" sind die Mitglieder gefragt, die Strecke nutzbar zu halten. Einen großen Teil der Leistungen nehmen dabei Arbeiten um Auswechseln marode gewordener Beton- oder Holzschwellen in Anspruch.
Wie Karl Hermann Schorn mitteilt, wurden im Frühjahr - begünstigt durch den Ausfall des Fahrbetriebes zwischen den 15. März und dem 14, Mai - durch die Baubrigade des Vereins fast 1700 Betonschwellen in Zusammenarbeit mit einem Gleisbauunternehmen erneuet, die vor allem im Bereich Wüstendittersdorf auszutauschen waren. Gegenwärtig sind Trupps zwischen zwei und vier Personen dabei Holzschwellen auszutauschen, die nicht mehr stabil genug sind. Um den Fahrverkehr sicher zu gestalten, gelten schließlich auch für die von der Deutschen Regional Eisenbahn betriebene und für touristische Zwecke genutzte Anlage die allgemeinen Gesetzesvorschriften für Eisenbahnen - und die haben es bekanntermaßen in sich.
Dabei werden von den ehrenamtlich tätigen "Hobby-Eisenbahnern" des Vereins kleinere Abschnitte in den Bahnhöfen Schleiz und Mühltroff sowie im freien Gelände in Nähe der Wisentabrücken, an der Landesgrenze zwischen Mühltroff und Langenbuch und im Raum Wüstendittersdorf nach und nach in Angriff genommen. Insgesamt ist das für etwa 390 Schwellen notwendig und der Verein hofft, die Maßnahme bis Ende 2021 abschließen zu können. "Für jede Holzschwelle heißt es zunächst die Zwischenräume vom Schotter freizulegen, die Befestigung an den Schienen zu lösen und die alte Schwele zu entfernen.
Erst danach kann die Ersatzschwelle eingefügt, wieder befestigt und die Zwischenräume neu beschottert werden. Im Schnitt erfordert das eine Stunde Zeit für jeweils zwei Vereinsmitglieder. Den Dank für unsere Arbeit sehen wir in der Nutzung unserer Fahrtangebote, die wir zunächst bis Ende September an jedem Samstag sichern", so Schorn.