Eine Trilogie in Bildern

Fotos, die das Leben im nördlichen Vogtland in der DDR zeigen - bis in die 1980er Jahre. Darum geht es im heutigen Adventsrätsel und zu gewinnen gibt es wieder eine Figur der Drechslerei Kuhnert in Rothenkirchen.

Reichenbach - Kaum ein Jahr ohne Buch von ihm: Der Heimatgeschichtler Gero Fehlhauer veröffentlicht den dritten (und letzten) Bildband zu "Reichenbach, Mylau, Netzschkau". Darin präsentiert der Autor 160 schwarz-weiß Fotos, die meisten bisher unveröffentlicht. Sie illustrieren das Leben im nördlichen Vogtland. "Viele Bilder haben Privatpersonen zur Verfügung gestellt: Etliche bekam ich geschenkt, manche sind geliehen, einige gekauft - und alle habe ich mit erklärenden Texten versehen", sagt Fehlhauer, ein 53-jähriger Elektriker und Mediengestalter aus Reichenbach.
Was ist auf den 118 Seiten zu sehen? Fehlhauer versammelt Fotos vom Beseitigen der Kriegsschäden, vom sozialistischen Aufbau, er erinnert an vergessene Geschäfte und frühere Betriebe, er zeigt die Euphorie, als Sigmund Jähn nach seinem Weltraumflug durchs Vogtland tourt, und den Spaß beim Tanz in der Tonhalle.
Mit viel Mühe ist Fehlhauer nach eigenen Worten an ein Foto über die Spezialzuchtgemeinschaft Deutsche Schäferhunde gelangt, das ihre Teilnahme am 1.Mai-Umzug 1950 in Mylau zeigt. "Bei meinen Nachforschungen kam heraus, dass die Mylauer Sektion auf dem alten Sportplatz trainiert und in den 50er Jahren an Interzonenwettkämpfen im oberfränkischen Schwarzenbach an der Saale teilgenommen hat."
Im Buch sind dramatische Ereignisse zu entdecken: Kommunale Katastrophen wie das Hochwasser 1954 oder private wie den durch einen tödlichen Promille-Unfall zerstörten Wartburg: "Der stand zur Abschreckung auf dem Mylauer Marktplatz und mahnte, das Alkoholverbot am Steuer zu beachten", erklärt Fehlhauer.
Sein aktuelles ist nach eigenen Worten das 25. Buch des Heimatgeschichtlers, der beispielsweise auf Veröffentlichungen zu Kriegerdenkmalen des Vogtlands und zu Brücken der Region verweisen kann, zum Autobahnbau von Chemnitz nach Hof oder zu regionalgeschichtlichen Ereignissen.
Immer wieder beschäftigen ihn zudem Themen der Eisenbahn - zwischen Neumark und Bad Brambach. Und so wundert es nicht, dass Fehlhauer neben einem Buch über seine Motorrad-Reisen durch Europa an einer Publikation arbeitet über die Rollbockbahn (zwischen Reichenbach und Oberheinsdorf) und die Mylische Berta (zwischen Reichenbach, Göltzschtalbrücke und Lengenfeld). "Beide Linien gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr, aber das Interesse ist groß."
Im aktuellen Bildband spielt die Eisenbahn ebenfalls eine Rolle, eine traurige - beim Bericht über ein Zugunglück bei Reichenbach, als ein Zug mit sudetendeutschen Umsiedlern 1946 von einem nachfolgenden Zug gerammt wird.
"Die vorausfahrende Lok war wegen war wegen Dampfmangels liegen geblieben: Acht Menschen starben", berichtet Fehlhauer, nach dessen Angaben die Strecke Leipzig-Hof, eine der am dichtesten befahrenen Strecken des Deutschen Reiches war. ufa

Kalenderblatt 19:

Die Rollbockbahn fuhr früher von Reichenbach bis zu welchem Ort? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 22. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder beteiligen sich über Facebook an dem Rätsel, unter Kennwort: Kalenderblatt 19. Zu gewinnen gibt es eine Figur von "Finn & Finja", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
Von der Glücksfee gezogen wurde als Gewinner von Kalenderblatt 15 Rosi Löchner aus Oelsnitz. Sie wusste das Lösungswort: Singapur.
Julia Eckstein aus Mehltheuer gewann das 16. Kalenderblatt. Die richtige Antwort lautete Komponist.
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