Eine Tibet-Fahne als stiller Protest gegen China

Plauen - Seit 1950 wird das ehemals souveräne Tibet von China besetzt gehalten. Der bis heute andauernden Unterdrückung des tibetischen Volkes wird jedes Jahr am 10. März gedacht. Gestern jährte sich der blutig niedergeschlagene Volksaufstand der Tibeter vom zum 50. Mal. Die Tibet Initiative Deutschland organisierte insgesamt zum 14. Mal zu diesem Gedenktag eine besonders eindrucksvolle Aktion. 996 Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland - 74 mehr als 2008 - hissen gestern auf ihren Rathäusern und Ämtern die Flagge Tibets, darunter die Landeshauptstädte Hannover, Magdeburg, Potsdam, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden. Im Vogtland beteiligten sich 15 Städte und Gemeinde an der Aktion - so unter anderem Plauen, Auerbach, Elsterberg, Rodewisch, Falkenstein, Schöneck und Grünbach. Hunderte Oberhäupter von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die für Tausende von Bürgern stehen, bekräftigen damit das Recht des tibetischen Volkes auf Selbstbestimmung und protestieren gegen die Menschenrechtsverletzungen und die Zerstörung der tibetischen Kultur, Religion und nationalen Identität. Aufgerufen zu dieser symbolträchtigen Aktion hatte die Tibet Initiative Deutschland. Dieser Initiative gehört auch Michael Rannacher an. Der Plauener Stadtrat der Grünen hält seit 2005 für Plauen die Fäden in der Hand. "Ich interessiere mich sehr für die Geschichte der Tibeter. Auch politisch ist das für die Grünen ein Thema. Daher passt das für mich sehr gut zusammen", so Rannacher. Seit er Stadtrat ist kümmert er sich nun um diesen Gedenktag. In Plauen hängt die Fahne am Landratsamt. "Wir wollten kein Erlebnis daraus machen. Die Fahne hängt als Symbol. Es ist quasi ein stiller Protest gegen die chinesische Regierung", so Rannacher. Gestern Abend trafen sich die vogtländischen Tibet-Freunde im Plauener Malzhaus. Dort wurde der Film "10 Fragen an den Dalai Lama" gezeigt. Der Streifen fand großen Zuspruch.