Eine Perle hinter rauer Schale

Die Würfel sind gefallen. Das Büro Schulz und Schulz Architekten GmbH Leipzig konnte die Jury mit seinem Entwurf des Perlmutterzentrums Adorf überzeugen.

Von Marlies Dähn

Adorf Die spannende Geschichte der Flußperlmuschel möchte Architekt Ansgar Schulz im neuen Museum weitererzählen. Im Adorfer Rathaussaal nimmt er die Zuhörer noch einmal mit auf die spannende Reise seiner persönlichen Annäherung an dieses Thema. "Ich wusste es nicht", bekannte er. Er habe sich mit seinem Bruder einlesen müssen. "Und es wurde immer spannender", zeigt sich der Architekt auch am Mittwoch noch immer begeistert, als der Siegerentwurf bekanntgegeben wurde.
An einem regnerischen Sonntag folgte der Architekt mit Neugier den Spuren der Perlmutter bei einem Imagefilm, der im Adorfer Perlmuttermuseum gezeigt wird. Entdeckt hat der Ansgar Schulz, dass die Perle nur das Tüpfelchen aufs "I" ist. "Eigentlich geht es doch im Museum um die Muschel selbst. Rau, verwittert, vom Wasser bearbeitet, hart und beständig ist ihre Schale. Glänzend und schimmernd das Innere. Verborgen darin schlummert die wertvolle Perle", führt Ansgar Schulz aus. Innen glänzend und kostbar, außen rau, genauso stelle er sich das Perlmutterzentrum selbst vor in seiner künftigen Architektur.
Für den Eingang zum Freiberger Tor hin, könne man die rau angelegte Fassadenfläche mit Wasser bespielen. Die Feuchtigkeit von Witterung, Regen und Tau fließe ab über die grobe Struktur der Außenhülle und sammle sich im Boden. Symbolisch für die natürliche Umgebung der Flußperlmuschel, die ja auch den Wassern ausgesetzt bleibt.
Unbedingt einbinden wollte Ansgar Schulz mit Architektin Elisa Thänert an der Seite, die einmalige Struktur der uralten Adorfer Stadtmauer. Von oben beleuchtet, bleibe sie erlebbar. Leuchten sollen auch alle drei Ebenen des Museums.
Wie die Entwurfsplanung verrät, wird ein Innenhof gebildet. Beim Rundgang, der jeweils von oben nach unten beginnt, gelangt der Besucher immer wieder zurück zum Hof. Wenn man so wolle, symbolisiere der im Inneren eingeschlossene Lichthof quasi die Perle selbst. Der Verkaufsraum wird im Untergeschoss angesiedelt. Nach oben führt links vom Lichthof aus ein Aufzug hinauf zum stadthistorischen Museum und zur Perlmutterausstellung. Geeignet für Kinderwagen und Rollstuhl wird barrierefrei gebaut. Der Entwurf von Schulz und Schulz Architekten Leipzig überzeugte die gesamte Jury, bestehend aus vier renommierten Fachpreisrichtern sowie drei Sachpreisrichtern, unter ihnen ein Adorfer Stadtrat, Museumsleiter Steffen Dietz und auch Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt.