Eine Müllgebühr für das ganze Vogtland

Landrat Dr. Tassilo Lenk reagiert auf Kritik der Landesdirektion: Ab 1. Januar 2016 zahlen Einwohner von Plauen und Altkreis das Gleiche für die Abfallentsorgung. Bis jetzt gibt es Unterschiede - und ein Defizit von zwei Millionen Euro jährlich.

Plauen/Falkenstein - Wie hoch genau die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind, darüber konnte das Landratsamt am Mittwoch keine Auskunft geben. In Plauen wird pro Kopf 40 Prozent mehr Müll produziert als im Altkreis, wo Müllsparen belohnt wird.

Unklar ist auch, wie viel der einzelne Vogtländer künftig zu berappen hat. Die Gebühren müssten berechnet werden, sagte Landrat Lenk am Mittwoch in einem Pressegespräch. Nach seinen Worten können die Einwohner Plauens vermutlich eine kleinen Gebührensenkung erwarten, die anderen Vogtländer müssten wahrscheinlich mit einer geringen Erhöhung rechnen - im Gespräch sind acht Euro pro Jahr und Einwohner.

Seit der Kreisreform 2008 ist der Vogtlandkreis verantwortlich für die Müllentsorgung Plauens. Ab 2014 sollte es einheitliche Müllgebühren für das ganze Vogtland geben: Doch die Kalkulation verschreckte die Plauener, eine Preissteigerung von bis zu 70 Prozent drohte. Wegen Plauener Protesten hat der Kreistag die zwei Gebührengebiete bis Ende 2018 verlängert.

Die pro Jahr fehlenden 2 Millionen Euro werden jetzt zugeschossen aus einer 30-Millionen-Rücklage, die für die Sanierung vogtländischer Deponien gedacht ist. Aber das kritisiert die Landesdirektion - seit mehr als einem Jahr: Gebühren müssten kostendeckend sein. Die Kritik hatte CDU-Landtagsabgeordneter Sören Voigt öffentlich gemacht.

Jetzt reagiert der Landrat - und am Mittwoch informierte er über den Müllausschuss, der tags zuvor tagte. Allerdings blieben eine Menge Fragen offen. Uwe Faerber