Eine Betriebsanleitung für Männer

Bad Elster - "Ein ,Männlein" - was ist das überhaupt? Kann es denken, fühlen, lieben? Oder ist es doch eine Art haariges, ewig erregtes, biertrinkendes Alien?" - diese und noch viele andere Fragen zur männlichen Spezis erörterte am Sonntag im König Albert Theater die Schauspielerin Kati Grasse vom Theater Wechselbad aus Dresden.

 

Ihre Studien vom starken Geschlecht stammten aus dem gleichnamigen Buch der TV-Ikone Sonya Kraus. Bemerkenswert fand sie zunächst, dass sich unter den rund 130 Besuchern vor allem auch viele Männer befanden. Und nicht nur sie sollten an diesem Abend noch allerhand erfahren. Doch zunächst ließ Kati Grasse erst einmal gnadenlos die Fakten sprechen: "Männer verwenden eine andere Sprache, sehen nackt oft unappetitlich aus und benehmen sich im Alltag häufig vollkommen merkwürdig."

Und auch einmal ganz abgesehen vom Körperbau, müssten Frauen Männer eigentlich ziemlich unsexy finden, denn genau über die Eigenschaften, die sie lieben, wie zum Beispiel Sinn für Romantik, Einfühlungsvermögen oder Lust auf Schuh-Shopping, verfügen Männer nicht. "Darum hat sich Mutter Natur etwas einfallen lassen: Sie verpasste Frauen die berühmt-berüchtigte rosarote Brille, die zum Einsatz kommt, wenn wir frisch verliebt sind", machte die Akteurin aus dem ultimativen Love-Guide von Sonya Kraus aufmerksam. Deshalb würden sich viele Frauen ihren Mann am liebsten selber bauen.

Und so gab Kati Grasse im weiteren Verlauf des Theaterabends den Damen eine grob gestrickte Betriebsanleitung für den Mann: wie er tickt, was er will und wie er in die Venusfalle tappt. Zwischendurch würzte sie ihre Baupläne mit tiefgründigen Zitaten berühmter Frauen, wie zum Beispiel auch jenes von Sharon Stone: "Ich schätze Männer deren Hirn dehnungsfähiger ist als ihr Penis." Warum? "Weil er immer mit seinem besten Stück denkt, dem eigentlichen Schaltzentrum des Mannes", erklärte die Akteurin und schlussfolgerte: "Da helfen nur Erziehungsmaßnahmen und das bedeutet: Männer muss man nehmen wie sie sind, aber man darf sie nicht so lassen!"

 

Dem folgten unter anderen "praktische Tipps" wie auch dieser gegen Sex ohne Vorspiel: "Meine Damen, wenn ein Mann ,rollig? ist, lassen Sie sich von ihm zur Abwechslung doch ganz einfach nur mal die Füße massieren und ein wenig zappeln bevor er wieder an ihre ,Schatztruhe? darf". Recht interessant war es dann auch für die Männer unter den Zuschauern, zu erfahren, wie Frauen richtig anbaggern, aufreißen und festnageln. Kati Grasse gab zudem jede Menge Tipps, wo Frauen ihren Traumprinzen überhaupt finden können und auf was sie besonders darauf achten müssen, wenn sie ihre Beute gemacht haben: "Er will der Eroberer sein, sie muss den Köder auslegen und sie muss ihm dann natürlich immer das Gefühl geben, er hätte sich sie ausgesucht."

 

Keineswegs verschwiegen blieben auch die Schwächen der Frauen, vielmehr hatte man den Eindruck Kati Grasse sprach darüber noch mehr als über die vermeintlichen Defizite der Männer. So würden zum Beispiel die Frauen oft den Fehler machen viel zu schnell von Beziehungen zu reden. "Besser ist es die schöne Zeit einfach genießen, denn dann hat der Mann das Bedürfnis, diese Frau, die ihn nicht einengt, ganz schnell an sich zu binden", meinte Kati Grasse. Doch trotz allem sind und bleiben die Männer nun mal das Salz in der Suppe unseres Lebens, denn ohne sie wäre es traurig und leer." S. Adler