Ein Plauener, der Plauen liebt

Kandidat Nummer fünf: Der parteilose Lars Buchmann möchte Oberbürgermeister von Plauen werden - seiner "großen Liebe".

Von Mario Wild

Plauen Die Gerüchteküche brodelte seit langem - seit gestern ist es offiziell: Lars Buchmann (41) möchte Oberbürgermeister von Plauen werden. Er ist damit der fünfte potenzielle Kandidat, der einen Hut in den Ring wirft. "Die Entscheidung ist bereits vor zwei Jahren gefallen", so Buchmann. Dass es etwas länger gedauert hat mit der öffentlichen Bekanntgabe liege daran, "dass es keine halbe Sache sein sollte".
Am Freitag schaltete der Erzieher seine Internetseite "scharf", auf der er sein Wahlprogramm formuliert. Vier thematische Schwerpunkte setzt der 41-Jährige: moderne Infrastruktur, smarte Verwaltung, starke Bürgerschaft und urbanes Plauen. Stärken möchte Buchmann den Öffentlichen Personennahverkehr, die Ortsteile besser anbinden. "Die Leute sollen eine Alternative zum Auto bekommen. Entscheiden müssen sie dann selber", so Buchmann, der als Erzieher im Hort der Rückert-Grundschule tätig ist.


Außerdem spricht er sich für die Einführung von Stadtteil-Bürgermeistern aus - nach dem Ortsvorsteher-Prinzip. Ein Bürgermeister für einen Stadtteil. Diese sollen als Bindeglied zwischen Rathaus und Stadtteil fungieren.
Ein weiteres Zauberwort lautet "Digitalisierung": "Die Schwächen in diesem Bereich habe die Corona-Krise offengelegt. Anträge an die Verwaltung sollen mehr und mehr online erledigt werden können, wenn es nach Buchmann geht. Die Stadtratssitzungen müssten live übertragen werden.


Wichtig ist für Buchmann eine "starke Bürgerschaft". "Eine solche haben wir schon. Ideen gibt es genug. Nur die dringen nicht durch ins Rathaus", sagt der Bewerber. Wenn er Stadtoberhaupt werden sollte, dann gibt es regelmäßig Sprechtage des Oberbürgermeisters, verspricht der Bewerber. Er könne gut zuhören und Menschen begeistern, diese mitnehmen, so Buchmann über Buchmann. Politisch sei er ein "Mann der Mitte", der strikt gegen Rechts eintrete. "Klar habe ich manchmal überlegt, wo ich parteipolitisch andocken könnte, habe aber nichts hundertprozentig passendes gefunden", so Lars Buchmann, der seit 2019 beratender Bürger im Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Plauen sitzt. Seit 2009 ist er als ehrenamtlicher Schöffe am Amtsgericht tätig - nur zwei seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten.


"Für die Demokratie muss man kämpfen" - davon ist Buchmann überzeugt. Das sei schon immer so gewesen. In den vergangenen Jahren sei es nur verstärkt öffentlich geworden", sagt Buchmann.
Der "waschechte" Plauener Buchmann setzt auf die Plauener. Im Jahre 2012 gründete er die Facebook-Gruppe "Wir sind Plauener", die aktuell über 14.000 Mitglieder verfügt. "Ich bin ein echter Plauener Bürger, der seine vogtländische Heimat liebt und sich leidenschaftlich dafür einsetzt", sagt der Lokalpatriot. Seine Liebe zu Plauen reicht lange zurück. "Während meiner Ausbildung in Waldenburg habe ich gemerkt, wie sehr ich meine Heimatstadt vermisse". Buchmann lebt und liebt Plauen - hat Bücher und Kalender über die Spitzenstadt verantwortet. Er besitzt nach eigenen Angaben rund 800 Ansichtskarten aus Plauen - die älteste stammt von 1895 - und über 5000 historische und neue Fotos.
Neben Buchmann bewerben sich die Einzelkandidaten Andreas Ernstberger und Ingo Eckardt. Für die CDU tritt Bürgermeister Steffen Zenner an, die parteilose Silvia Queck-Hänel wird von der SPD, den Grünen und den Linken unterstützt.
www.larsbuchmann.de