Ein Pakt für ein Hallenbad

Selten war man sich im Auerbacher Stadtrat so einig, wie bei dem starken Wunsch nach einem Hallenbad. Mehrheitlich wurde die Änderung des städtischen Badkonzeptes aus 2018 beschlossen. Neue Ideen für ein Allwetterbad sind gefragt.

Auerbach Nach dem leidenschaftlichen Plädoyer von CDU-Fraktionsvorsitzendem Joachim Otto für die Rettung der Schwimmhalle, untermauert mit Bad-Analysen, Kostenspielen und Kalkulationen folgten die Stadträte dem Antrag von CDU/Die Linke. Nur von Oberbürgermeister Manfred Deckert und Friedrich Fuchs (SPD) gab es ein Nein, von Fraktionskollege Franz Hornung und Volkhard Kramer (SFV/VfB) eine Enthaltung. Fuchs stellte zuvor den Antrag, namentlich abzustimmen.
Inhalt des beschlossenen Antrag ist es, ab 2023 wieder in das Brunner Bad zu investieren. Es ist das Jahr, in dem die Fördermittelbindung für die seit Jahren wegen eines Konstruktionsfehlers ungenutzte Schwimmhalle ausläuft. Vor zwei Jahren beschloss der Stadtrat in einem Bäderkonzept das mittelfristige Aus des Bades. In den vergangenen Jahren konnten die Auerbacher förmlich ihrem Brunner Bad beim Sterben zusehen: Risse im Variobad wurden nicht repariert, auch das Kinderplanschbecken ist nun gesperrt. Die Stadt beschloss, nichts mehr zu investieren.
Nun die Kehrtwende. 2023 sei ein guter Zeitpunkt für einen Neustart, sagt Joachim Otto. Noch in diesem Jahr wird eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern jeder Fraktion, an einem Konzept feilen. Dort ist auszuloten, ob die 1998 gebaute Schwimmhalle saniert oder durch Neubau ersetzt wird. Vorgelegt mit Ideen hatten schon mal Joachim Otto (CDU) und Volker Mieth (Linke) - die Protagonisten des Antrages. Kosten von etwa 6 Millionen Euro für Neubau und Sanierung der runtergekommenen Außenbecken und -anlagen, wie zum Beispiel Springerbecken und Umkleiden, stehen im Raum. Fakt ist, dass es kein Spaßbad mit Wellness-Schnickschnack geben wird, vielmehr eine Volksschwimmhalle für Schulschwimmen und Vereine in den Maßen 10 x 20 oder 10 x 25 Meter. Ein ähnliches Bad bauten sich die Zwönitzer für 6 Millionen Euro, teilfinanziert durch eine Sportförderung, haben die Badbefürwortervon einem Vorortbesuch hoffnungsvoll mitgenommen. Wenn man energieeffizient baut, könnten Folgekosten im Rahmen gehalten werden. Bei der Finanzierung kämen die derzeitigen Niedrigzinsen dem Bauherren entgegen, so Otto. Mit einer Förderung käme der Bauherr auf einen Eigenanteil von 3,5 Millionen, die auf 25 Jahre refinanziert werden könnten. Den Appell Ottos "Lassen Sie uns gemeinsam die Chance geben für ein Allwetterbad" kommentierten die Fraktionen größtenteils unisono.
Er werde sich nicht dem Öffnen des Badprojektes verschließen, so Martin Treeck (FDP). Dennoch meint der Liberale, dass das Bad bei Bau und Finanzierung das gesamte Göltzschtal und nicht nur Auerbach angehen sollte, meinte der Liberale. Tilman Matheja (AfD) machte klar, dass Brunn eine Attraktion wie ein Ganzjahresbad brauche, ansonsten sei das Freibad als drittes - neben den beiden Freibädern Rebesgrün und Reumtengrün - nicht überlebensfähig und nicht zu retten. Klar sei auch, dass so ein Millionenbau nicht leicht zu stemmen sei, denn man gehe auf eine klamme Kasse zu. Stefan Reißmann (CDU), selbst Rettungsschwimmer bei der DLRG, plädierte für die Investition zugunsten des Schulschwimmens. In Deutschland steige die Zahl der Nichtschwimmer, das sei erschreckend. Zum Schulschwimmen fahren Grundschüler durchs halbe Vogtland, nach Lengenfeld, Reichenbach, Schöneck - all das sei nicht optimal. Laut Otto kosten die Transportkosten der Schüler zum Schwimmen die Stadt 9000 Euro.
Während Franz Hornung (SFV/SPD) sich der neuen Möglichkeiten nicht verschließen will, hielt Fraktionskollege Frieddrich Fuchs am Altkonzept fest. Neue Erkenntnisse seien durch das Bilden einer Arbeitsgruppe nicht zu erwarten.