Ein Künstler lernt nie aus

Zum 80. Geburtstag von Professor Roland Oßmann gibt es im Vogtlandmuseum eine Aquarellmalerei-Werkschau

Von Ingo Eckardt

Plauen Professor Roland Oßmann hat im vergangenen Jahr das Plauener Vogtlandmuseum reich beschenkt - mit Bildern aus dem Fundus seines Vaters, des regional sehr bekannten Aquarell-Malers Gerhard Oßmann. Dessen Sohn wurde im Juli 80 Jahre alt und ist ebenfalls künstlerisch unterwegs - ebenfalls im Bereich der als schwierig geltenden Aquarellmalerei. "Ich habe von meinem Vater da natürlich eine frühe Prägung erhalten. Durch mein Architekturstudium konnte ich andere Einflüsse in meine Kunst einbauen - hier habe ich sehr vom Erkennen von Proportionen, vom freien Zeichnen, vom Entwerfen profitieren", sagt Roland Oßmann, der später selbst in Erfurt Studenten unterrichtete. Nebenbei unternahm er zahlreiche Mal- und Zeichenreisen in alle Welt.
Ergebnisse dieser Reisen können die Besucher außer in zwei Sonderausstellungsräumen auch im Flur und in der Abteilung "Vogtländische Malerei" im Vogtlandmuseum ab Samstag bestaunen. Um 15 Uhr wird die Schau eröffnet. "Bis zum 3. November können Kunstfreunde die mit ihren rund80 Werken Ausstellung bestaunen", freut sich Museumsboss Dr. Martin Salesch.
Der Künstler selbst ist auch mit 80 Jahren noch rüstig. "Man darf nicht aufhören, dazuzulernen. So habe ich mich zuletzt damit beschäftigt, Aquarell- und Pastelltechnik zu kombinieren. Und erst im letzten Jahr habe ich mich in Ahrenshoop sehr intensiv damit beschäftigt, wie man am besten Wasser malt", erzählt der rüstige Künstler.
Und er schwärmt davon, wie wundervoll das Malen mit Wasserfarben sei, weil diese ja durchscheinend sind und wunderbare Farbverläufe ermöglichen, wenn man die Technik beherrscht und in Übung sei. So zeige sich, dass die bildende Kunst eben auch einen großen Anteil handwerkliche Themen beinhalte. Wichtig sei zudem ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein gutes Gedächtnis. "Ich habe meine Studenten mal spontan das Portal der Uni zeichnen lassen. Bei vielen, die da täglich ein und aus gegangen sind, waren die Ergebnisse erstaunlich.
Wie blind man doch oft durch die Umwelt geht. Wenn man seine Sinne schärft und genau hinschaut, dann kann man die wunderbaren Motive immer auch aus dem Gedächtnis wiedergeben", wagt Oßmann in der Pause beim Aufbau seiner Schau einen kleinen Exkurs in Sachen Wahrnehmung und Achtsamkeit.