Ein Hohelied auf die Zylinder

Um Zwei- bis Sechszylinder drehte sich der Gesprächsstoff am Wochenende der Boliden-Fahrer im "Waldfrieden" bei Pausa-Mühltroff.

Von Jürgen Stefaniak

Waldfrieden Sie kamen aus dem Salzlandkreis, Nürnberg oder dem Brandenburger Land zwischen Dahme, Spree und Neiße. Eines haben sie alle gemeinsam, die Liebe zum Motorradfahren. Die Sechs-Zylinder-Motorräder kann man ganz deutlich erkennen. Bei einem solcher Art geparktem Krad sieht man hinter dem Vorderrad beim großen Motorblock sechs Abgänge, die Krümmer. An diesen schließen sich die Rohre an, die in die Auspuffe münden.
"Bei uns sind aber auch Fahrer mit ihren Maschinen, die nur zwei oder vier Zylinder haben, gerne gesehen", erzählt Alfred Mühlberg. Der Plauener, Bäckermeister von Beruf, erwähnte dabei auch den Rathenower Manfred Poser der mit einer 1000 er MZ ins Vogtland gekommen war. Die 2020er Ausgabe des Sechs-Zylinder-Treffens war das 21. Treffen. Trotz Corona-Krise waren schon am Freitag fast 30 Teilnehmer nach Waldfrieden gekommen. Sie waren mit ihren Hondas, Kawasakis, aber auch BMW-Motorräder im Vogtland angereist. Einige Teilnehmer fanden sich erst am Samstag kurzfristig zur Ausfahrt ein.
Die Fahrt, bei besten Sommerwetter, weil kein Wind und kein Regen, führte über Pausa, Bernsgrün, Fröbersgrün und Jößnitz nach Reißig. Mittagessen gab es im "Lochbauer" mit Abstecher bei der Flug-Schau in der Falknerei Herrmann. Nach dem Kaffee in der Pfaffenmühle fuhren der Tross über Röttis in die Barthmühle. Dort gab es die Gelegenheit für ein Gruppenfoto an der Elstertalbrücke. Dann startete der letzte Teil der Ausfahrt. Über Steinsdorf und die B 92 tangierten die Fahrer mit ihren Maschinen in Cunsdorf und bei Hohndorf Elsterberger Fluren, bevor es über den Ostthüringer Zipfel (Pansdorf, Dobia) zurück nach Pausa und Waldfrieden ging.
Wer sind die Menschen, die solche großen Motorräder fahren ?
Der Hesse Roland Saufaus, Jahrgang 1955, hat schon von Berufswegen als Motorradschlosser, wie er sagte, mit Zweirädern zu tun. Betreibt er doch zuhause in Bad Schwalbach im Taunus eine Werkstatt dafür. Oder der Ostsachse Frank Stephan.
Der 56- Jährige aus Mittelherwigsdorf bei Zittau ist gelernter Papierverarbeiter und fährt seit fünf Jahren die 1982 gebaute Sechszylinder-Honda Typ "CBX" mit 1000 ccm und 100 PS. "Die Motorräder sind was Besonders. Damit zu fahren, ist mein Hobby", sagt er, der privat sonst einen Audi lenkt. Mit Stephan kam auch Jens Weber aus Zittau. Er saß auf einer Honda CB 750 K. "Wir sind über Tschechien hierher angereist", erzählte Weber. Das wollen beide auch am Sonntag bei ihrer Rückfahrt tun. Dann soll es über Klingenthal ins Böhmische gehen und zur Kaffeezeit einen Halt in der "Biker-Höhle" geben. "Dort kann man mit dem Motorrad bis zum Tresen fahren", erzählt Stephan.