Ein Heim für Tiere gesucht

Mit Claudia Wuschek hat der Auerbacher Tierschutzverein eine junge, neue Chefin, die Veränderungen plant. Eine ihr sehr wichtige: Die Suche nach einem neuen Domizil.

Von Cornelia Henze

Falkenstein - Plumpsklo, Ofenheizung, zugige Fenster, kein warmes Wasser: Mit dieser Situation leben die ehrenamtlichen Tierhelfer des Vereines seit Jahren am Vereinssitz in der Louis-Müller-Straße in Falkenstein. "Das Haus stellt uns die Stadt Falkenstein seit eh und je kostenlos zur Verfügung, wofür wir sehr dankbar sind. Aber weil das ein Reihenhaus ist und wir auch Nachbarn haben, ist zum Beispiel die Aufnahme von Hunden tabu", sagt die 30-Jährige Falkensteinerin, die mit ihrer Familie jetzt in Jägersgrün zu Hause ist. Aufnehmen will Claudia Wuschek und ihr Team aber künftig auch Hunde.
Bisher beherbergen die Räume in der Louis-Müller-Straße vor allem Katzen und Kleintiere, wie Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel. Auch für sie ist die Unterbringung nicht optimal. Die Katzen sind reine Stubentiger, haben also keinen Auslauf. Auch die kleine Quarantänestation hätte eine Überholung nötig.
Der große Wunsch: Ein Domizil zu finden, das zwischen 3000 und 8000 Quadratmetern Platz bietet. Vielleicht irgendwo auf dem Lande irgendwo im Göltzschtal oder im angrenzenden Waldgebiet um Grünbach/Neustadt oder Muldenhammer. Auch eine alte, nicht mehr gebrauchte Halle in einem Gewerbegebiet wäre denkbar. Claudia Wuschek wünscht sich einen Ort, an dem die Tiere Auslauf haben und später lautes Hundegebell niemanden stört. Schön wäre, wenn das Gebäude teilerschlossen, sprich mit Strom und Wasser ausgestattet wäre. Ein Grundstücks- und Immoblilienbesitzer mit einem großen Herzen für Tiere ist also gesucht, der sein Objekt dem Verein verkaufen würde. Dank einer Erbschaft kann sich der Verein eine Investition über rund 60 000 Euro leisten. Im Inneren würde die neue Vereinschefin unter anderem eine neue Quarantänestation und einen Behandlungsraum, in dem der Tierarzt praktiziert, einrichten. "Käme der Tierarzt zu uns, könnten wir den Tieren Autofahrten und Stress ersparen", so Claudia Wuscheks Intension. Seit ihrer Kindheit ist ihr der Tierschutzverein Auerbach vertraut. Als Kind half sie dort schon mit bei der Betreuung der tierischen Findelkinder. Als die langjährige Vereinschefin Ursula Reinhold jetzt in Ruhestand ging, sei sie auf die Nachfolge angesprochen worden. Claudia Wuschek hat Ja gesagt. 
Beruflich ist Claudia Wuschek als Sozialpädagogin tätig, privat ist sie, seit sie denken kann, von Hunden umgeben. In ihrem Zuhause, dem früheren Jägersgrüner Bahnwärterhaus, lebt sie mit Mann, drei Kindern, vielen Hunden und Katzen. Dort nahe des Waldes trainiert Claudia Wuschek ihre Huskies, mit denen sie als Musherin auch zum Hammerbrücker Schlittenhunderennen antritt. Neben ihren eigenen Huskies leben auf dem Grundstück auch ausgesetzte oder von privaten Hundehaltern abgegebenen Hunde. Da gibt es zum Beispiel den Huskie-Mischling Annuk, den Windhund-Mix Moglie oder die Mops-Mischlinge Pepper und Joshi. Bisher hat Claudia Wuschek Hilferufe, die im Tierschutzverein oder befreundeten Tierheimen eingingen, privat abgefedert und Hunden in Not ein Obdach gegeben. Perspektivisch sollten diese Hunde über das hoffentlich bald gefundene neue Domizil aufgenommen werden. Bisher sind die ausgeguckten Objekte, die in Frage kommen wären, gescheitert. Frau Wuschek möchte  auch die Städte im Göltzschtal um Hilfe bitten.