Ein Förderer Bad Elsters

Mitglieder vom Förderverein Bademuseum sowie an der Kulturgeschichte des Ortes interessierte Einwohner gedachten am Sonntag dem 160. Geburtstag von Carl August Klingner.

Bad Elster - Am Grab des verdienstvoll wirkenden Königlich-Sächsischen Kammerrats und Apothekers Carl August Klingner auf dem Elsteraner Friedhof erinnerte Vereinsvorsitzender Géza Németh an den tatkräftigen Förderer von Bad Elster.

Carl August Klingner wurde vor 160 Jahren, am 15. Juli 1858, in Potsdam geboren, absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums in seinem Heimatort ein Studium der Pharmazie in Leipzig.

Im Anschluss arbeitete er in verschiedenen Apotheken Deutschlands, unter anderem in der Hofapotheke Ballenstedt. Wahrscheinlich hat er dort auch seine spätere Frau kennen gelernt, mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte, vermutet Géza Németh. Seit dem 28. Oktober 1884 führte Klinger 35 Jahre lang eine Apotheke in Bad Elster.

Sie befand sich von 1851 bis 1939 im Haus "Äskulap" und seit 1939 als "Klingnersche Apotheke" im Haus "Vier Jahreszeiten". Carl August Klingner förderte nebenbei maßgeblich das kulturelle Leben in Bad Elster.

So war er als Initiator des "Goethefestspiels" maßgeblich an der erfolgreichen Eröffnung des Naturtheaters 1911 beteiligt. Eigens für dessen Eröffnung schrieb er das Schauspiel "Hermann und Dorothea" frei nach Goethes gleichnamigem Epos und verlegte die Handlung in die Gegend zwischen Adorf und Elster.

Die Musik dazu komponierte der Plauener Professor Walter Dost. Für seine Verdienste wurde Carl August Klingner, der überdies auch zahlreiche Beiträge zur Geschichte und Popularisierung von Bad Elster veröffentlichte, der Titel "Königlich Sächsischer Kammerrat" verliehen.

Zu Ehren des am 4. August 1923 in Leipzig verstorbenen und in Bad Elster beerdigten Pharmazeuten wurde am 3. Juni 1928 auf dem Gelände der Naturbühne Bad Elster vom Staatsbad und der Gemeinde ein Gedenkstein errichtet.

Auf Initiative von Jürgen Pötzsch wurde bereits 2003 zum 90. Geburtstag Klingners vom Förderverein dessen Andenken erstmals mit einer Blumenschale am Grab gewürdigt. Vor dem Gedenken an seinem Grab wurde Carl August Klingner zuvor außerdem mit einer Geburtstagsmatinee vom Konzertmeisterquartett der Chursächsischen Philharmonie unter der Leitung von Peter Kostadinov in der Kunstwandelhalle gewürdigt.