Ein Fall von Rassismus im Vogtland?

In Sachsen steigt die Zahl rassistischer Gewalttaten. Im Vogtland wurde 2013 jedoch nur eine einzige registriert. Das sagt die offizielle Statistik. Könnte es sein, dass nicht alle Fälle gemeldet werden?

Plauen - Nach amtlichen Angaben sind Vogtlandkreis und Landkreis Meißen die Regionen Sachsens, in denen die wenigsten Angriffe registriert wurden. Kristin Harney, Beraterin der Opferberatung Chemnitz, gibt dennoch keine Entwarnung: "Wir freuen uns zwar, dass die Fallzahlen im Vogtland seit 2011, wo noch 16 rassistische oder rechtsmotivierte Gewalttaten zu verzeichnen waren, stetig sinken."

Allerdings stellten insbesondere die ländlichen Regionen des sächsischen Vogtlands für die Opferberater ein Dunkelfeld dar. Nicht zwangsläufig lasse die niedrige Zahl auf ein tatsächlich niedriges Fallaufkommen schließen. Vielmehr könnten nach Meinung der Beraterin die mangelnden Informations- und Kontaktmöglichkeiten in dieser Region Grund dafür sein.

Sachsenweit verzeichnen die Beratungsstellen dagegen einen Anstieg rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt. Sie erfassten im Vorjahr 223 rechtsmotivierte Angriffe, bei denen 319 Menschen direkt betroffen waren. Die meisten Angriffe hatten, wie bereits im Jahr 2012 einen rassistischen Hintergrund (85). Damit konstatierte die Beratungsstelle einen Zuwachs um mehr als 40 Prozent.

In den größten Städten des Freistaates - Dresden und Leipzig - wurden auch die meisten Fälle registriert. Den Besorgnis erregendsten Anstieg ermittelten die Opferberater allerdings im Erzgebirgskreis. Dort stieg die Zahl der Fälle von zwei im Jahre 2012 auf 32 im Vorjahr. Das liegt zum einen daran, dass sich mehr Betroffene mit der Opferberatung in Verbindung setzen und die Dunkelziffer entsprechend geringer werde, zum anderen aber auch am Agieren meist von der NPD initiierter Bürgerinitiativen. va