Ein Drittel der Schüler lässt sich testen

Plauen - Schüler von Abschlussklassen aus ganz Sachsen können sich am kommenden Montag freiwillig auf Covid 19 testen lassen. Im Vogtland betrifft das rund 3000 Schüler. Nach jetzigem Stand sei ein Drittel, also etwa 1000 Schüler, zum Test bereit, sagt Thomas Müller vom Rettungszweckverband Südwestsachsen.


Bei diesem liegt die Organisation der Tests. Vier Tage vor der groß angelegten Schülertestung muss Müller zugeben: "Es gäbe viele Fragen zu beantworten." Er, der Cheforganisator, verantwortlich für die Testung an fünf Clusterschulen im Vogtland, fischt, was die Rückmeldung aus den Schulen betrifft, genauso im Trüben, wie Eltern oder Lehrer. Eine der zwei in Plauen zur Clusterschule ernannten Einrichtungen (das sind BSZ Anne-Frank und Diesterweg-Gymnasium) habe rund ein Drittel testwilliger Schüler gemeldet. Drei Clusterschulen im Landkreis Zwickau haben ähnliche Zahlen gemeldet, wonach Thomas Müller mit durchschnittlich einem Drittel der Schüler rechnet.


Chaos deutet sich auch beim Transport der Schüler von einer Schule zu der auserwählten Test-Schule an. Beispiel 1: Ein Zehntklässler der Klingenthaler Oberschule muss per Bus ans Gymnasium Markneukirchen gefahren werden - und zurück. Beispiel 2: Ein Zwölfer aus dem Pestalozzi-Gymnasium Rodewisch fährt ans Goethe-Gymnasium Auerbach. Wie viele Busse organisiert und fahren müssen, hängt von der Zahl der gemeldeten Schüler ab. Ergo ist es sinnvoll, dass alle Schulleiter ihre Schüler abfragen. Man habe zu keiner Zeit Schulleiter ermutigt, von den Schülern zu erfragen, ob sie sich testen lassen wollen oder nicht, heißt es hingegen von Arndt Schubert, Sprecher im Landesamt für Schule und Bildung Zwickau. Allerdings wisse er, dass manche Schulleiter bei den Schülern nachfragten. Ein Muss das aber nicht. Nach Arndt Schubert ist das Prozedere ganz einfach. Der Schüler kommt Montagmorgen in die Schule, meldet sich bei Schulleiter oder Lehrer zum Testen an und steigt zu einer gewissen Zeit in den Bus, der vor der Schule hält. Dass Schüler mal auf den Bus und das Testteam mal auf Schüler warten müssten, das sei einzukalkulieren.


Thomas Müller kann sich da nur wundern. Ursprünglich haben DRK und beauftragte Verbände der Landesregierung vorgeschlagen, mit mobilen Impfteams jede Schule anzufahren. Das sei abgelehnt worden. Jetzt, kurz vor den Testtagen, habe das Schulamt beim Rettungszweckverband angefragt, ob nicht doch jede Schule einzeln angesteuert werden kann. "Leider können wir das nicht mehr organisieren. Das ist zu kurzfristig", so Müller. Damit dürfte auch das Ansinnen von AfD-Kreisrat und Landtagsabgeordneten Ulrich Lupart erledigt haben. Schnelltests seien eine gute Sache, doch nicht wenn man Schüler quer durchs Vogtland karre.