Ein Dank von Uli Hoeneß

"Hallo, hier ist Uli Hoeneß": Der Ex-Bayern-Präsident sagte telefonisch Dankeschön - bei den Spitzenstädtern, dem Fanclub der Münchener aus der Spitzenstadt.

Von Mario Wild

Der Postbote von Uli Hoeneß brauchte sich vermutlich bereits lange vor Weihnachten nicht über mangelnde Arbeit zu beklagen. Nachdem der (bisherige) Macher des FC Bayern seinen Rücktritt bekanntgab, hat ihn mit Sicherheit das eine oder andere Päckchen erreicht. Von vielen Fans, die die ihm - Steuerhinterziehung hin oder her - für seine Verdienste um den Verein danken wollten. Ein Paket kam dabei auch aus Plauen - von den Spitzenstädtern - dem hiesigen Fanclub des Rekordmeisters. Darin enthalten: Diverse Produkte aus dem Vogtland. "150 Euro haben wir dafür gesammelt", so Heinz Joachim Zeitz, seines Zeichens Fanclub-Vorsitzender. Dafür wurden eine Spitzendecke, Stollen der Bäckerei Paul aus Stöckigt und ein Räuchermann gekauft. Selbstverständlich durfte aber auch der aktuelle Fanschal der Spitzenstädter nicht fehlen.
Und die Reaktion von Hoeneß erfolgte prompt - bereits einen Tag später. "Um die Mittagszeit kam der Anruf aus Bad Wiessee. Eine Stunde später, nachdem er unser Päckchen erhalten hatte", erzählt Zeitz. "Zunächst konnte ich es gar nicht glauben",fügte er hinzu. Das tat er dann aber schnell, als sich Hoeneß und seine Frau Sabine persönlich für das Präsent aus dem Vogtland bedankten. Und nicht nur das: Hoeneß ließ sich nicht lumpen und versprach für das Sommerfest der Spitzenstädter im kommenden Jahr die Würste zu liefern. "Mia san (eben) Mia!", kommentiert Zeitz das Ganze mit dem allseits bekannten Motto des FC Bayern.
Ursprünglich wollten die Spitzenstädter das Dankeschön-Paket sogar persönlich überreichen - und zwar bei der Mitgliederversammlung, auf der Hoeneß abtrat. Da ging aber aus logistischen Gründen nicht. Eine solche Idee hatten nämlich viele andere Bayern-Fans auch. "Das hätte den Rahmen der Veranstaltung gesprengt", so Zeitz.
Die FC Bayern-Anhänger aus der Spitzenstadt haben in der Hinrunde der Bundesliga wohl mehr erlebt als erwartet. Zwischenzeitlich fand sich der Serienmeister nur auf Platz sieben wieder. Trainer Kovac musste gehen, Hansi Flick übernahm zunächst bis Saisonende. Eine Lösung, mit der Zeitz nach eigenen Wort "gut leben kann". Im Falle eines (Erfolgs-)Falles darf der Neue wohl auch länger bleiben. Aber dafür müssen die Ergebnisse stimmen. Selbstverständlich hoffen Zeitz und seine Mitstreiter auf die achte Meisterschaft in Folge. Wenn das aber nicht klappt, "dann geht die Welt auch nicht unter", bleibt der Vorsitzender der Spitzenstädter eher gelassen. Und er erinnert: "Als die Bayern 1975 erstmals den Europapokal der Landesmeister gewannen, wurden sie in der Bundesliga nur Zehnter". Sollte es also im kommenden Jahr mit dem Champions- League-Titel klappen?
Auf die Unterstützung aus Plauen kann sich der FC Bayern jedenfalls verlassen - egal, wie es läuft. Bei jedem Heimspiel in dieser Saison war mindestens ein Spitzenstädter vor Ort. Gegen Leverkusen war sogar eine rund 50-köpfige Delegation live dabei. Einmal im Jahr ist eine solche Ausfahrt in die Allianz Arena möglich. Am 30. November brachten die Vogtländer ihrem FCB allerdings kein Glück. Es setzte eine überraschende 1:2-Niederlage.