Ein Blick ins Krisenzentrum

Bleibt der fensterlose Raum im Kellergeschoss des neuen Landratsamtes menschenleer, dann kann das nur gut sein. Denn dort im Lage- und Führungszentrum ist nur Hochbetrieb, wenn eine Katastrophe droht.

Plauen - Ohne Fenster und irgendwie abgeschottet von der Außenwelt, muten die zwei Räume für den Krisenstab wie ein Bunker an. Umgezogen ist das Katschutz-Zentrum von der Neundorfer Straße, dem alten Landratsamtssitz, nun ins Horten. Erstmals kommen dort die Einsatzkräfte vom administrativen Krisenstab (kreisliche Angestellte aus Verkehrs-, Ordnungs- oder Veterinäramt usw.) mit denen des operativen Bereiches zusammen.

Darunter sind vor allem Ehrenamtler der Feuerwehren sämtlicher 37 Vogtlandgemeinden, von den beiden Technischen Hilfswerken und Sanitäter von DRK und Johannitern. "Den bisher einzigen Ernstfall gab es 2013 zum Juni-Hochwasser", erinnert sich Ingo Glaß, Katastrophenschutz-Leiter im Landratsamt. Damals wurde Katastrophenschutzalarm ausgelöst.

"Die Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften und Kommunen hat bestens geklappt", resümiert Glaß, der mit Gerd Pürzel einen noch jungen Kreisbrandmeister zur Seite hat. Der neue Katschutz-Raum ist im Ernstfall die Schnittstelle zwischen den Einsatzkräften, die am Krisen- oder Unfallort helfen, und den Entscheidungsträgern.

Letzterer ist auf Kreisebene der Landrat, die oberste Behörde die Landesdirektion. Auch die Rettungsleitstelle Zwickau ist eingebunden. Via Digitalfunk und Internet verfolgt der Krisenstab das Geschehen am Unglücksort, gibt Infos von Draußen an die Entscheidungsträger weiter und umgekehrt und hat Zugriff auf das Meldesystem der Leitstelle. Das nagelneue Lagezentrum verfügt aktuell noch nicht über alle nötige Technik - diese werde in den nächsten Wochen komplettiert.

Dazu zählen Notstromaggregat, Funktechnik, PC?s und interaktive Medien, wie Tafel und Beamer und ein spezielles WLAN-Netz. Draußen können die Entscheider auf die Mithilfe von rund 4.500 Ehrenamtlern bauen - Technik und Sandsäcke werden in den beiden Katschutz-Lagern in Rodewisch und Auerbach, den Bauhöfen und der Landesreserve Chemnitz vorgehalten. Einblicke in das neue Lagezentrum gibt es am Samstag zum Tag der offenen Tür. cze