Ein Bett setzt sich in Szene

An diesem Samstag wird es im Theater Plauen Zwickau die nächste Premiere geben. Auf der kleinen Bühne des Vogtlandtheaters beklagen Nataliia Ulasevych und Marcus Sandmann "Kind, ich schlaf so schlecht".

Von Gabi Kertscher

Plauen In der von Jürgen Pöckel inszenierten und geschriebenen Revuette spielt ein Bett die Hauptrolle. So jedenfalls der Operndirektor des Theaters Plauen Zwickau während der Soiree vorigen Sonntag. Ein großes Bett stehe in der Mitte der Bühne und wird in Szene gesetzt. Durch Drehungen verändert es sein Aussehen und sorgt für die Leichtigkeit des musikalischen Abends.
Auch bei den Kostümen hat sich Charlotte Labenz einiges einfallen lassen. Federkappen und Nachtgewand, moderne Kleidung und Umhänge aus dem alten Griechenland werden für Abwechslung sorgen.
In einer Mischung aus Revue und Musical werden die beiden Opernsänger Nataliia Ulasevych und Marcus Sandmann 32 verschiedene Musikstücke vortragen. "Die Titel reichen von Bach bis Rosenstolz", verriet der Regisseur zu dem zwei Stunden und vierzig Minuten-Stück.
"Es war nicht leicht, von Arien zu Pop zu wechseln", erinnerte sich Nataliia Ulasevych an die Proben. Zur Premiere werde davon nichts mehr zu spüren sein, sie und ihr Bühnenpartner Marcus Sandmann wären bestens vorbereitet.
Jürgen Pöckel sprach von Proben im Werkstattcharakter. An der Suche nach passenden Musikstücken waren Dramaturgin Hanna Kneißler und Matthias Spindler beteiligt. Spindler obliegt die musikalische Leitung.
Für Nataliia Ulasevych war es eine große Freude, dass auf der langen Liste der Lieder auch ein russisches Wiegenlied stand. Sie kenne es aus ihrer Kindheit. Die Gäste der Soiree hörten das Lied, wie auch "Ich hätt' getanzt heut Nacht" aus "My Fair Lady".
Die Geschichte spielt im Schlafzimmer eines Künstlerpaares am Ende eines arbeitsreichen Tages. "Wie werde ich heute einschlafen?", ist die große Frage. Das Stück habe autobiographische Züge, gaben Pöckel und die Darsteller zu verstehen. Nataliia Ulasevych erzählte, dass vor den Premieren die Nächte sehr kurz sind und sie im Bett ihre Texte lerne. Auch bei Hanna Kneißler verkürzen sich die Schlafzeiten vor Premieren. "Danach wird alles wieder besser." Premiere ist an diesem Samstag, 19.30 Uhr. Die Karten seien schon fast ausverkauft. "Sie müssen schnell sein", riet Jürgen Pöckel.