Ein besonderer Geburtstag

Mit viel Satire, Erotik und temperamentvollen Songs und Tänzen präsentierten die Landesbühnen und die Elbland Philharmonie Sachsen das preisgekrönte Musical "Company" im König Albert Theater

Von Steffen Adler

Bad Elster - Dargeboten wurde die Großstadtkomödie aus Manhattan von 1970 mit Musik und Texten von Stephen Sondheim in einer modernen Aufführung mit viel eingängigen Melodien, die statt im Original in deutscher Sprache interpretiert wurden. 
 "Bobby, Bobby, baby, Bobby bubi" erklingt zu Beginn auf der Bühne der Kosename für den eingefleischten Single Robert (Markus Schneider), der zu seinem 35. Geburtstag von seinen Freunden überrascht wird. Robert, der eher wechselnde Freundinnen vorzieht, ist sich sicher, keinen Ruhm und Reichtum noch Ehe zu brauchen, selbst als ihm die Freunde zum Geburtstag endlich eine solche wünschen. Auch wenn Robert keine Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausbläst, versprechen ihm die Paare, dass sich sein Geburtstagswunsch immer noch erfüllen wird, obwohl er sich nichts gewünscht hat, da seine Freunde alles sind, was er braucht.
 Fast kurios erscheinen Robert jedoch die Lebenslagen seiner Freunde und deren Frauen mit all den Lebenslügen die offensichtlich notwendig sind, um eine Beziehung überhaupt aufrechterhalten zu können. Bei all den Intrigen und boshaften Dialoge der Paare sowie den widersprüchlichen Ratschläge seiner Freunde stellt sich ihm die Frage, ob er nun eine Ehe wagen oder doch lieber frei bleiben sollte. So erlebt er zum Beispiel Amy (Antje Kahn), die sich schon am Tag der geplanten Hochzeit ihren panischen Ängsten vor dieser Ehe mit Paul (Kay Frenzel) bewusst wird und exzentrisch in wiederkehrenden Tempo mit dem Song "Die Hochzeit fällt heute aus" ihre spontanen Entschluss verkündet. 
 Auch besucht er Sarah (Stephanie Krone), die eine echte Feinschmeckerin ist , aber vorgibt eine Diät zu halten, und ihren alkoholsüchtigen Ehemann Harry (Michael König), der angeblich trocken ist und erlebt, wie sie sich gegenseitig wegen ihrem Laster verspotten und sich erst nach furchtbar verbalen Attacken am Ende wieder zusammenraufen. 
 Auch Peter (Stefan Glause) und Susan (Anna Erxleben) scheinen ein perfektes Paar zu sein, doch sie überraschen Robert mit der Nachricht von ihrer bevorstehenden Scheidung. Im Haus der aufgeregten Jenny (Iris Stefanie Maier) und des schicken David (Andreas Petzoldt) hat Robert etwas Marihuana mitgebracht, das sie teilen. Das Ehepaar wendet sich Robert zu, warum er noch nicht geheiratet hat. Robert behauptet, dass er sich dem nicht gänzlich ausschließt aber stattdessen vorzieht mit drei Frauen - Kathy (Julia Harneit), Martha (Anna Preckeler) und April (Kirsten Labonte) - das Liebesleben zu genießen. "Für mich ist ein Mensch erst richtig erwachsen, wenn er verheiratet ist", kommentiert Jenny. Doch "Irgendwer wartet" träumt Robert von seinen Frauen. Nachdem er mit April die Nacht verbringt und sie am Morgen nach Barcelona aufbrechen will, bitte sie der schlaftrunkene Robert zunächst zu bleiben und stimmt ihr dann zu, dass sie doch gehen sollte. Darauf erklärt sie freudig, dass sie doch bleiben wird. Der völlig überraschte Robert gibt aus offensichtlicher Angst nur ein klagendes "Oh, Gott!" von sich.
 Einprägsam ist für Robert auch die Begegnung mit Joanne (Patricia Hodell) und Larry (Hagen Erkrath) im Nachtclub. Während Larry tanzt, schauen Joanne und Robert zu und betrinken sich ausgiebig. Joanne sieht sich als echte Lady, beschuldigt Robert nur ein Außenseiter zu sein und das Leben nur zu beobachten, anstatt es zu leben. In einem spöttischen Toast hebt sie ihr Glas "Auf alle Zicken in der Stadt" die ihr Leben meist nur mit sinnlosen Aktivitäten verschwenden. Indessen macht sie Robert eindeutige Avancen und lädt ihn unverblümt ein, eine Affäre mit ihr zu beginnen und so schließlich sogar ihren dritten Ehemann zu betrügen. 
 Erneut führt am Ende die Handlung nochmals zurück zur Überraschungsparty, auf der nunmehr Roberts Freunde vergeblich auf ihn warten. Ein letztes Mal äußern sie eine neue Hoffnung für ihren abwesenden Freund, sich zu verwirklichen, wo immer er auch sein mag, wenn sie gehen. Robert erscheint schließlich allein, lächelt und bläst seine Kerzen aus. Die lebhaften Szenen und Dialoge wechselten mit der schwungvollen Melodien des Orchesters, die allerdings teilweise mit einer unangemessenen Verstärkung den Gesang in den Hintergrund drängten. 
 Leider erforderten auch unnötige Überlängen einiger Szenen in der rund 100 Minuten langen Vorstellung den Zuschauern große Beharrlichkeit ab. Einen langen und kräftigen Applaus spendeten am Schluss alle jene der rund 280 Zuschauer, die es sich nicht nehmen ließen, das Stück bis zum Ende zu genießen.