Eier-Likör-Party in Erlbach

Wenn sich froh gelaunte Dorfleute an einem Dienstagnachmittag rund um den eben fertig geschmückten Dorfbrunnen versammeln, um gemeinsam auf ein gelungenes Projekt anzustoßen, kann es sich kaum um eine "Schnapsiedee" handeln. Selbst dann nicht, wenn in den essbaren Waffelbechern der Sache wegen Eier-Likör die Runde machte.

Den hat die Gemeinde ausgegeben, um all denen zu danken, die Osterei zu bunten Kunstwerken gestaltet haben. Die vormals weißen Plastikeier bestellte Bürgermeister Klaus Herold übers Internet. Der Osterbrunnen sollte prächtiger geschmückt werden, als im Vorjahr. Noch bevor die Idee richtig ausgesprochen war, meldeten sich schon die ersten emsigen Ostereier-Maler in der Gemeinde. Albrecht Eichler hat genau gezählt und weiß, dass er exakt 161 Eiern Streifen und Kringel verpasst hat. Benita Meinel und Karin Abt verzierten je 150 Eier. Heidemarie Seidel etwa 100.

Hort und Kinderheim gestalteten jeweils über 100 Eier. Und auch die Gemeinderäte samt Bürgermeister Klaus Herold steuerten jeweils zehn Eier bei. Bürgerfrau Kerstin Echtner fädelte sie auf zu 50er-Ketten. Zuvor organisierte sie sich mit weiblichem Scharfsinn eine Maschine, die sonst im Flötenbau zur Anwendung kommt. Damit hatte sie im Handumdrehen in jedes der Eier ein zweites Loch gebohrt. Denn nur so konnte sich Ei an Ei reihen, um schließlich in bunten Ketten den Osterbrunnen zu schmücken. Der Gartenverein lieferte das Fichtennadelgrün und band es fest zur Brunnenkrone.

Bei sonnigem Frühlingswetter hielt Bürgermeister Klaus Herold dann eine kurze Dankesrede und freute sich wieder einmal über seine Dorfleute und Vereine, auf die immer Verlass ist. Die Kinder setzten sich mitten in das Schmuckstück oder sprangen fröhlich darum herum, während die Erwachsenen am süßen Eierlikör nippten. Für die kleinen Helfer gab es reichlich Naschzeug aus dem Osterkorb. Die Ohren gespitzt hat bei all dem der hölzerne Osterhase des Schnitzvereins, der hoch droben als Brunnenfigur in die Ferne blickte.

Ob die Eier-Aktion fortgesetzt wird? Für möglich hält das im Dorf nicht nur der Bürgermeister.