Ehrenamtskarte für Ehrenamtler bald in Plauen?

Ehrenamtler in Plauen sollen mit der Sächsischen Ehrenamtskarte geehrt werden. Ein Vorschlag der Linksfraktion. Die Stadtverwaltung sieht das Projekt eher skeptisch.

Plauen - Die Sächsische Ehrenamtskarte soll auch in Plauen vergeben werden. Eine entsprechende Vorlage werde bis zum Sommer im Stadtrat eingebracht. Der Sozialausschuss der Stadt Plauen gab dafür am Donnerstag nach einer über einstündigen Diskussion mehrheitlich grünes Licht. Es war der einzige Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung.

Große Befürworterin des Angebotes ist die Linken-Stadträtin Uta Seidel. Sie warb nochmals für die Einführung der Karte, mit der Ehrenamtler, die mindestens fünf Stunden in der Woche unentgeltlich Arbeiten, in ganz Sachsen Ermäßigungen in rund 200 Einrichtungen bekommen. Drei Kommunen aus dem Vogtland würden sich daran bereits beteiligen. Plauen soll die vierte Stadt sein, hofft Seidel. "Es ist eine politische Entscheidung wie wir zum Ehrenamt stehen", sagt sie. Die Karte sei eine Wertschätzung, ein Dankeschön für Ehrenamtliche, die keine Aufwendungen bekommen. Profitieren könnte davon ohnehin nur ein kleiner Personenkreis, so Seidel.

Die Verwaltung steht dem Angebot, das seit 2010 besteht, skeptisch gegenüber. "Ich mache es nicht am Thema Arbeit fest. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht Erwartungen wecken, die wir nicht erfüllen können", sagt Bürgermeister Uwe Täschner. Nach Seidels Recherchen hätten die Vereine die meiste Arbeit damit. Die Karte könne nur ein Erfolg werden, wenn sie richtig bekannt gemacht werde, meint Yvonne Gruber von der CDU.

Partner gesucht

Sowohl städtische als auch private Einrichtungen in Plauen sollen sich am Angebot beteiligen und den Ehrenamtlern aus ganz Sachsen Vergünstigungen anbieten. Als Plattform der Karte mit Übersicht und Anmeldung könnte die Internetseite der Stadt genutzt werden, so ein Vorschlag. Die Ehrenamtskarte Sachsen habe einen touristischen Hintergrund, macht Lutz Schäfer vom Fachbereich Jugend und Soziales im Rathaus deutlich. Daher müsse überlegt werden, welche Angebote wären attraktiv, damit beispielsweise Ehrenamtler aus Bautzen die Stadt besuchen.

Täschner würde zunächst mit städtischen Museen und Einrichtungen beginnen und schlägt eine Testphase vor. Dr. Hartmut Seidel von der SPD-Fraktion fragte nach der finanziellen Auswirkung der Karte. Kosten würden keine entstehen, höchstens verminderte Einnahmen aufgrund der Rabatte, so Täschner. va

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