Dunkles aus der Kita-Geschichte

Die Vogtländer sind empört über das, was Erzieherinnen des Kindergartens in Mechelgrün vorgeworfen wird: Hiebe statt Liebe, Zwangsfüttern, grauenhafte Herzlosigkeit. Für Durchfall gab es Schläge, Erbrochenes musste gegessen werden, eingemachte Schlüpfer wurden Kindern zur Strafe ins Gesicht gedrückt. Der Staatsanwalt ermittelt wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Jetzt hat sich Gabriele Ehrhardt (Name geändert) beim Vogtland-Anzeiger gemeldet und von Vorfällen im Kindergarten aus den 1990er Jahren berichtet: Auch damals soll eine herzlose Erzieherin den Kindern zugesetzt haben. Frau Ehrhardt ist Mutter von vier Kindern, alles Töchter. Alle gingen in den Mechelgrüner Kindergarten - es betrifft 1994 bis 2002 - einen Zeitraum, in dem sich den Angaben der Mutter zufolge haarsträubende Dinge ereigneten.

Damals wohnte die Familie in Mechelgrün; später hat sie in Plauen ein neues Haus gebaut. Nach Frau Ehrhardts Worten gab es im Kindergarten zwei Erzieherinnen - mit der einen waren die Eltern zufrieden, mit der anderen nicht; die eine hatte Herz, die andere war herzlos. Frau Ehrhardt bezieht sich bei ihrem Bericht auf eigene Erlebnisse, auf Berichte ihrer Kinder, vor allem aber auf die Schilderung anderer Eltern:

"Mir wurde berichtet, wie sich einmal eine Kindergartengruppe bei einem Spaziergang am Gewässer des Mechelgrüner Wasserschlosses befand. Die 19 Kinder standen alleine am Wasser - ihre Erzieherinnen waren verschwunden und suchten nach einem ausgebüxten Kind.

Eltern haben nach Frau Ehrhardts Angaben beobachtet, wie die schlechte Erzieherin, Frau Frost (Name geändert), Kinder zur Strafe auf einen hohen Schrank setzte und dort eine halbe Stunde ausharren mussten, während Frau Frost ihrer Arbeit nachging.

"Eltern haben mir auch folgendes erzählt und meine Kinder haben es bestätigt: Kinder wurden ins Essen getaucht, um sie zu strafen. Es gab Zwangsfüttern, wenn Kinder nicht essen wollten oder konnten, etwa bei Erkältung. Manchmal brachte es Frau Frost fertig, Kindern Erbrochenes zu füttern." Größere Kinder hätten berichtet, wie Frau Frost Kinder mit Durchfall mit der Nase in ihre vollgemachten Windeln gepresst hätte.

Das Schlimmste sei jedoch gewesen, Kinder in den Keller zu sperren: Licht aus, Tür zu. "Ich habe es nicht gesehen, aber was müssen Kinder fühlen, in der Dunkelheit, unten an der steilen Treppe? Unser Nachbarsjunge Patrick hat bitterlich geweint und gerufen: ,Bitte, bitte nicht zu den Mäusen und Ratten.? ", berichtet Frau Ehrhardt. Ihre Tochter Loreen, 1992 geboren, sei ebenfalls eingesperrt gewesen und habe große Angst gehabt.

Stefanie, Frau Ehrhardt große Tochter, Jahrgang 1990, kam eines Tages mit blauem Fuß nach Hause. "Es stellte sich heraus, dass Frau Frost ihren Fuß an die Bettkante geschlagen hatte, weil Stefanie nicht geschlafen hat."

Und dann? "Wir sind zur damaligen Bürgermeisterin gegangen. Es gab eine Aussprache und Frau Frost wurde sofort gekündigt. Und die Gemeinde hat Anzeige gestellt. Mehr ist nicht passiert, weil die meisten Eltern zufrieden waren, die Erzieherin los zu sein."

Wie Frau Ehrhardt erfahren hat, arbeitete Frau Frost später in einem Pflegedienst und kam dann in einem Kinderheim unter. "Das verstehe ich nicht. Man kann doch so eine Frau nicht einstellen in einem Bereich. Die Alten, Behinderten und Kinder können sich doch gar nicht wehren. Es gibt so viele Arbeitslose, da muss man doch nicht so eine Frau nehmen", sagt die gelernte Krankenschwester im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger. ufa