Du hörst mir ja nicht zu

Mit humorvollen Kurzgeschichten, bei denen die Zuchauer aus dem Lachen kaum herauskamen, begeisterte der österreichische Schauspieler Fritz Karl im König Albert Theater.

Von Steffen Adler

Bad Elster - Die zum Teil auch recht sarkastischen Geschichten aus dem Buch "Du hörst mir ja doch nicht zu" des brasilianischen Bestellerautors Luis Fernando Verissimo trug Fritz Karl mit sprachlicher Ausdruckskraft vor, bei der er auch mit viel Mimik und Gestik sowie schauspielerischem Temperaments hervorragend die Charakteristik der in den Geschichten beschriebenen Personen darstellte. Die unterhaltsamen Erzählungen Verissimos über die Liebe und andere Missverständnisse beleuchteten mit viel Humor die kleinen und großen Schwächen der menschlichen Natur. "Jetzt muss ich dich erschießen!" endete zum Beispiel die Erzählung über ein Liebespaar, das sich nach einer gemeinsam im Hotel verbrachten Nacht trennt, weil Bekannte meinen, die Frau wäre mit einem Liebhaber und der Ehemann mit einer Geliebten beim Verlassen des Hotels gesehen worden. 
Begeisternd schildert Fritz Karl unter anderen auch Geschichten von einem Mann, der seinen Ehering verliert und verzweifelt überlegt, wie er diese Tatsache seiner Frau beibringen soll, um nicht in den Verdacht zu kommen eine Affäre gehabt zu haben oder die von einem anderen Gemahl der zu unpassender Zeit - zumindest für Ehefrau und Liebhaber - nach Hause zurückkehrt und Disput über vertauschte Schuhe mit deren zitternden Liebhaber im Schrank führt. 
Gewidmet war den ehrenwerten Männern und misstrauischen Damen auch die Geschichte von geschäftstüchtigen PR-Agenten erfundenen "Tag der Geliebten", an dem der Mann ihr das Gefühl geben sollte, die Ehefrau zu sein, indem er ihr möglichst eine Waschmaschine schenken sollte oder zumindest einen Wecker, damit er nie zu spät nach Hause kommt. 
Für viel Gelächter sorgte auch die sprachlich bildhafte Situationskomik, mit der Fritz Karl den Horror eines heimkehrenden Familienvaters schildert, der sich plötzlich als Schauspieler inmitten einer Filmcrew wieder findet, oder von einem eskalierenden Kindergeburtstag, der spätabends die Eltern in verzweifelt desolatem Zustand mit dem klebrigen Nachbarskind zurücklässt und nicht zuletzt auch die humorvolle Geschichte, von zwei anscheinend alten Bekannten, die sich wieder treffen, und wie viel Wahrheit bleibt, wenn einem dabei selbst das Erinnerungsvermögen verlässt, auch wenn das am Ende völlig umsonst ist. 
Perfekt ergänzten im Wechselspiel zu den Kurzgeschichten die fantastischen Musiker des Münchener Ensembles "Tango de Salón" mit großartiger und facettenreicher Tangomusik. Am Ende gab es stürmischen Applaus aus den Reihen der 370 Zuschauer.